Fazit, 686 Tage unterwegs

Unser Abenteuer entlang der Panamericana 2013-2015:

Wir fuhren: vom 20. Januar 2013 bis 6. Dezember 2014
in 686 Tagen
82.062 Kilometer
mit 18'164 Litern Diesel
durch 16 Länder (die europäischen nicht einbezogen)
über 33 Grenzübertritte
Wir übernachteten auf 441 verschiedenen Übernachtungsplätzen, verbrauchten im Schnitt 21l Wasser am Tag, hatten 52 Polizeikontrollen, 13 Früchtekontrollen, unterstützten die verschiedenen Länder mit 388.- Fr. an Strassengebühren und entleerten unser WC 216mal.

Zeit, ein Fazit zu ziehen von unserer Reise entlang der Panamericana – der Traumstrasse von Feuerland bis Alaska. Nicht das Befahren der Panamericana war unser Ziel, abseits der Hauptverbindungsstrasse entstanden unsere Geschichten.

Die ersten Monate in Südamerika verblassen bereits in der Erinnerung. Einen kleinen Kulturschock hatten wir als wir nach 12 Monaten in die USA einreisten und dem lateinamerikanischen Leben adieu sagten und wieder ins ‚zivilisierte‘ Leben hineintauchten. Ich wusste gar nicht, dass es so viele Verbotsschilder gibt...

Argentinien – das Land in dem wir Spanisch lernten und uns freundlich empfang. Das tolle Rindfleisch, die super Landschaften, Land und Leute wirklich schön. Leider ist die politische Lage für die Argentinier selbst nicht so schön und das tut uns Leid für dieses wundervolle Land.

Auch andere Länder brachten uns zum Schwärmen und dürfen bei unserer Aufzählung nicht fehlen:
- Das einfach zu bereisende Chile mit seinen vielen Vulkanen und der Natur ganz allgemein, die durch alle erdenklichen Klimazonen geht.
- Das traditionelle und indigene Bolivien mit den bunten Trachten und den freundlich lachenden Menschen, die uns auch im Hochland bei Titicachi so begeistert haben.
- Der Süden Boliviens mit dem Salar de Uyuni, dem grössten Salzsee der Welt, ein Highlight, wenn nicht DAS auf der ganzen Reise.
- Peru das Land der Inkas begeisterte uns mit deren Baukunst und Vielseitigkeit des Landes.
- Quenca in Equador wo wir unsere Panamahüte kauften und nebenbei den Motor unseres Duros reparierten.
- In Zentralamerika wo wir voll eintauchen durften in die Tierwelt und wir viele Schweizer treffen durften die von ihrem neuen Leben hinter der Schweizergrenze als Auswanderer Geschichten erzählten.
- Das bunte Mexiko mit den Karibik-Stränden, der Maya Kultur, das feine Essen und zu guter Letzt die heissgeliebten ‚TOPES‘ (speed bumps) die immer dann auftauchten wenn man es am wenigsten erwartet hat...
- Die sensationellen Nationalparks in den USA und Kanada die uns immer wieder den Atem anhalten liessen und uns zum Staunen brachten.

Eine Fahrt mit dem eigenen Auto entlang der Panamericana bedeutet sicherlich ein grosses Abenteuer. Viele Vorträge haben wir im Vorfeld besucht, viele Geschichten gehört und viele Gedanken wir uns auch gemacht haben, letztendlich sind wir überall wunderbar durchgekommen. Wir haben einige chaotischen Grenzübergänge gemeistert und durften auf unserer gesamten Reise so viele nette und hilfsbereite Menschen kennenlernen.

Der Kontakt zu den Menschen, der Natur, die unzähligen Stunden einsamer Fahrten abseits der Hauptstrassen hat uns eine Welt gezeigt, die anders ist als unsere. Wir sind froh Schweizer zu sein und glücklich so wie es ist und wollen nicht entscheiden welche Welt die bessere ist oder die schlechtere. Aber ist der Fortschritt mit allen Konsequenzen immer so erstrebenswert?

Was hat uns diese Reise gebracht? Uns hat es persönlich unglaublich viel gegeben, aber vor allem Respekt, vor den extremen Lebensbedingungen der Menschen in den Anden. Respekt vor den Menschen, die mit wenig zufrieden sind. Respekt vor den Menschen, welche lachen, auch wenn sie nicht mehr als das Nötigste besitzen. Respekt vor der Freundlichkeit uns gegenüber und der unglaublichen Begeisterung für unseren Duro. Respekt vor der Hilfsbereitschaft, zu geben, auch wenn man selber nicht viel hat. Respekt vor fremden Kulturen, vor der Natur und ihrer atemberaubenden Schönheit und unserem eigenen Mut.

Wir mussten lernen offen auf die Menschen zuzugehen, die wir getroffen haben und das war nicht immer einfach für uns. Wir mussten häufig über unseren eigenen Schatten springen. Freundlich Auskunft darüber geben was das für ein Auto ist, das wir durch die Gegend fahren. Wir waren die Fremden, wir waren die Ausländer, doch nie hatten wir das Gefühl nicht erwünscht zu sein. Viele Amerikaner begrüssten uns mit einem ‚Welcome to the country, enjoy your stay‘. Da blieb uns meistens das Maul offen stehen, welcher Schweizer begrüsst einen Reisenden auf der Strasse schon mit Willkommen in der Schweiz, geniesst es...

Wir sind glücklich, dass wir diese Reise machen durften. Das wir es geschafft haben und den Mut bewiesen haben unseren Traum zu leben. Viele Male stiessen wir an unsere Grenzen. Ständig musste man sich auf ein neues Land einstellen. Das Unbekannte bestimmte unsere Reise. Nie wussten wir wo wir die nächste Nacht verbringen werden. Finden wir ein nettes Plätzchen wo wir ruhig schlafen können? Finden wir eine saubere Wasserquelle für unseren täglichen Bedarf. Immer wieder stellten wir uns auf neue Regeln, neue Kulturen, neue Völker, andere Dialekte usw. ein, das Unbekannte war das Beständige. Sicher, genau das macht ja eine Reise aus, auch weil man ja neues entdecken möchte. Trotzdem wussten wir nie, was uns am Abend, am nächsten Tag, an der nächsten Grenze und dahinter erwarten würde. Doch haben wir unser Ziel erreicht, den Südlichsten Punkt Ushuaia und den Nördlichsten Punkt Prudhoe Bay zu erfahren. Dazwischen liegen einige Liter Diesel und viele Erlebnisse die wir nicht missen möchten. Wir konnten uns unsere Begeisterung für das Erlebte bis zuletzt bewahren, sind immer wieder über unseren Schatten gesprungen und haben alle Hürden gemeistert. Darüber sind wir glücklich und stolz.

Bedanken möchten wir uns bei all den Verwandten in den USA und Kanada wo wir viele nette Stunden verbringen durften. Auch bei unseren fleissigen Bürolisten zuhause in der Schweiz, die uns unsere Post, die Autos und sonstige Kleinigkeiten gemacht haben. Immer wieder Freude hatten wir an den Mails, Gästebucheinträgen und dem positiven Feedback auf unsere Internetseite. Die vielen Bekanntschaften die wir mit anderen Reisenden schliessen durften, die unsere Fahrt bereichert haben. Vielen herzlichen Dank an alle, die uns während wir mit dem Duro die Amerikas bereist haben, in irgendeiner Art begleitet haben.

Das war sie, unsere Reise im Duro durch die Amerikas...
Vielen Dank, Angelika und Simon