USA Süd West

Kalifornien bis Las Vegas

Da sind wir nun in den Vereinigten Staaten von Amerika. Hier waren wir ein paar Mal schon auf früheren Reisen und finden auch dieses mal wieder Orte, die wir noch nicht besucht haben oder nicht kannten. Eine ziemlich andere Welt im Vergleich zu Mexiko und Lateinamerika finden wir hier vor. Ziemlich gesittet geht der Strassenverkehr von statten und zum Glück gibt’s hier eigentlich keine Speedbumps oder schlafende Polizisten. So fahren wir recht gelöst und gemütlich in unserem Reisetempo von gut 55 Meilen pro Stunde, wenn’s nicht bergauf geht, durch die Landschaften.

Wir fuhren etwas östlich von San Diego über die Grenze und danach durch ein hügeliges Gebiet nach Westen an die Pazifikküste. In San Diego schlenderten wir durch‘s „Seaport Village“ und genossen die Annehmlichkeiten eines Touristenortes. Ziemlich schnell haben wir uns ans amerikanische englisch gewöhnt und geben immer mal wieder Auskunft über unser Reisevehikel. Ja es ist gepanzert und es kann sogar selbst schiessen, von Zeit zu Zeit:-) Oft werden wir angesprochen oder vorbeifahrende Automobilisten zeigen uns mit hochgestrecktem Daumen ihre Gedanken zu unserem geliebten Duro.

Wir haben irgendwie die Qual der Wahl von sehr vielen dicht aufeinander liegenden Sehenswürdigkeiten hier im Südwesten der USA. So besuchen wir einen ganzen Tag einen grossen Flugzeugträger, der USS Midway, im Hafen von San Diego und erfahren viel über die Entbehrlichkeiten der Seeleute und der talentierten Piloten an Bord eines solchen Riesenschiffes.

Wir deckten uns mit gratis Strassenkarten des AAA ein und lachten uns eine Minivideokamera an, die uns von nun an auch noch begleiten wird. Eine zünftige Portion westliche Zivilisation haben wir uns die ersten Tage reingezogen und fuhren nun nach Osten ins Landesinnere. Viele neue Eindrücke in einem neuen Land, dem sechzehnten unserer Reise nach einem Jahr, blieben auch hier nicht aus! Wir sind gespannt was noch kommen wird und finden uns schon bald in einer Wüste wieder, die definitiv auf den amerikanischen Kontinent gehört. Wir konnten auch ungestört in einem trockenen Flussbett die Nacht verbringen und fühlten uns in den Süden unserer Reise in Argentinien und Chile zurückversetzt.

Bei einem Besuch am Salvation Mountain, bei Slab City am Salton Sea besuchten wir ein Thema des Spielfilmes „Into the Wild“. Dieser „God is Love“ Berg hinterlässt bei uns einen speziellen Eindruck. Ein national erfasstes Kunstwerk wird am Leben erhalten.

Im Joshua-Tree Nationalpark besuchten wir den ersten Nationalpark dieser Reise und erstanden uns einen Jahrespass. Nun können wir die vielen Parks ohne zusätzlich Eintritt zahlen zu müssen geniessen. Die speziellen Bäume mit ihren wie aufgesetzt wirkenden Wuschelköpfen und die riesigen kugelartigen Sandsteinfelsen geben dem Park seine einzigartige Gestalt. Zum Glück dachten wir uns, sind wir hier im Frühling und nicht in einem heissen Sommer zu Besuch.

Auf der Suche nach GANZ grossen Bäumen ging’s weiter nach Norden in den Sequoia Nationalpark. Dort konnten wir riesige Mammutbäume in herrlicher Bergwelt bewundern. Wir waren früh im März unterwegs, doch hatten Glück, dass nicht mehr zu viel Schnee lag, und wir so einige im Winter üblicherweise gesperrte Strassen befahren konnten, und so auch abgelegene Baumriesen bewundern durften. Während herrlichen Spaziergängen durch diese alten Wälder staunten wir ob der Riesen nicht schlecht. Im kleinen Skigebiet, Badger Pass im Sequoia NP, wurde es dann Zeit, endlich mal unsere mitgebrachten Skis ans Tageslicht und auf die Pisten zu bringen. Ein für unsere Verhältnisse eher kleines Skigebiet, doch ein Tag mit etwas Sport auf Schnee und ein paar ersten Versuchen mit der kleinen Videokamera auf dem Skihelm montiert, brachte uns grosse Freude und müde Beine. Ja diese konnten wir dann zum Schluss des Tage fast nicht mehr ertragen, und so machten wir uns gegen Abend dann die einfache Erfindung, mit Packgurten jeweils eine Beinschlaufe auf den Sesselliften zu binden. Ja es gibt hier zum Teil Schutzbügel auf den Sesselliften, doch diese haben wie für uns in der Schweiz gewohnt keine Fussauflagen. Unsere alten Beine mit den Skiern dran machten uns Beschwerden, und so haben wir kurzerhand eine einfache Abhilfe geschaffen. Nun sind wir bereit für das nächste Skiabenteuer mit Schweizer „Erfindung“:-)

Quasi gleich um die Ecke liegt der Yosemite NP. Da fanden wir weitere tolle Bergformationen und für Kletterer sehr berühmte senkrechte Wände wie zum Beispiel „El Capitan“ vor. Obwohl noch im winterlichen März, sind schon viele Touristen unterwegs. Wie das dann wohl im Hochsommer zu und her gehen wird, das mögen wir uns eigentlich fast nicht vorstellen…:-)

Viele tolle Eindrücke reicher, zog es uns nach Westen Richtung San Francisco. Ja wir waren bereits so weit nördlich, dass wir eigentlich nur noch nach Westen an den Pazifik fahren mussten. Der Duro hat sich an den sehr steilen Strassen in Chinatown und weiter durch die berühmten Berge der Stadt sehr gut bewährt. Offiziell waren wir etwas zu schwer, doch wir haben grosszügig die Schilder stehen lassen wo sie waren, und uns rauf und runter bewegt. Im ersten Gang gings rauf und runter und durch die schönen Wohnquartiere ans südliche Ende der Golden Gate Brücke. Durch einen Hinweis von anderen Reisenden fanden wir einen Parkplatz der ausgezeichnet gelegen war, und uns für ein Fahrradabenteuer über die weltbekannte Brücke nach Norden als Startpunkt diente. Wir waren nicht die einzigen, doch das ist für einen Samstag in einer solch grossen Stadt nicht weiter verwunderlich! Wir konnten die Brücke ohne Nebel sehen und die Umsicht mit etwas Wind geniessen. Herrliches Wetter und erst abends dann war die Brücke in einen Nebelschleier gehüllt!

Am Sonntag dann eine obligate Fahrt mit den „Cablecars“, ein kurzer Abstecher nach Down-town San Francisco und ein Besuch im Maschinenhaus des Kabelnetzwerkes. Hier konnten wir wieder einmal ein Museum studieren und uns ab der noch immer funktionierenden Technik erfreuen, die dieses System antreiben. Nach einer obligaten Brückenüberfahrt mit unserem Duro und ein paar Fotos der Brücke von den Aussichtspunkten am nördlichen Ende, ging für uns die Fahrt wieder nach Süden. Wir wollten einen Besuch von Los Angeles nicht auslassen und so planten wir eine Fahrt des Küstenhighways nach Süden bis nach Burbank. Wir hatten mit einer entfernten Verwandten von Simon da vereinbart, dass wir Sie besuchen werden, und vorher ein paar Dinge aus der Schweiz und der näheren Umgebung per Post senden lassen. Judy lebt seit vielen Jahren nahe der Filmstadt Los Angeles und wir durften mit ihr ein paar sehr schöne Tage geniessen. In Hollywood gab’s für uns einiges mal wieder zu sehen und in einer Spezialtour durch die Filmstudios der „Warner Brothers“ konnten wir bestätigen, dass eigentlich ALLES dem „Show and Shine“ der Filmwelt gewidmet ist. Der Stoff eben, aus dem die Träume gemacht werden…

Einen ganz speziellen Abend durften wir mit Judy im Magic Castle in Hollywood erleben. In diesem liebevoll ausgestatteten Haus geben sich die weltbesten Zauberer ein Stelldichein und wir durften hautnah mit dabei sein. Unsere einfache Reisegarderobe hatten wir mit einem Schuhkauf und dem Leihen einer Krawatte und eines Westons „dresscode“ gerecht machen können!

Judy, herzlichen Dank für die tolle Zeit mit dir in Burbank und Umgebung!

Nun, da wir uns ja langsam aber sicher gegen Alaska weiter bewegen möchten, haben wir uns für eine Fahrt nach Osten, Richtung Las Vegas entschieden:-)! Es war im März schlicht noch zu winterlich hoch im Norden, also gings darum, die Fahrt noch etwas zu verlängern. Auch hat diese verrückte Stadt auch die eine oder andere Annehmlichkeit zu bieten. Die Fahrt nach Osten führte uns durch die Geisterstadt Calico zügig in die „Sündenstadt“. Hier haben wir uns nach einem Hinweis von Reisenden auf einem grossen Hotelparkplatz niedergelassen. So zu sagen mitten drin und um sonst. Ein paar Minuten zu Fuss und wir waren am sehr beschäftigten „Strip“ und schlenderten mit unzähligen Touristen den Lichtern und Verführungen nach:-).

Bekannt für die aufwändig gestalteten Bühnenshows besorgten wir uns Tickets für „VEGAS, the Show“ und gleich tags darauf wollten wir sehen, ob der Magier David Copperfield mit den Zauberern des Magic Castle mithalten kann.

Ja wir waren erstaunt und überrascht, was dieser Magier zu bieten hat, und genossen eine grossartige Vorstellung! Da jedoch die ganze Sache in Las Vegas ja auch nur „Sein und Schein“ ist, haben wir weislich unser Glück bei einem Geldspiel nicht auf die Probe gestellt, denn in welche Richtung das Geld fliesst, ist uns bekannt:-).

Zum Abschluss dieses typischen Abenteuers in der Wüste Nevadas haben wir, im vor kurzem eröffneten „Neon-Sign-Museum“, einer sehr interessanten Führung durch die Werbegeschichte Las Vegas teilgenommen. So wissen wir nun etwas mehr Bescheid, wie was in dieser verrückten Stadt entstanden ist.

Das Reisebudget wurde nicht aufgefrischt und wir waren bereit für die Weiterfahrt in eine weitere Wüste. Dazu im nächsten Reisebericht mehr.

Unterwegs (noch immer in Amerika) mit den besten Grüssen
Angelika und Simon

21 USA Utah's Nationalparks