Canada BC & Yukon

Kanada die Erste

Wir machen uns wieder einmal zu einem Grenzübertritt auf. Wir starteten nahe der Grenze zu Kanada in Richtung Vancouver in British Kolumbien. Wir entschieden uns die grösste Strasse nach Nordwesten zu befahren. Es wurde offiziell, in Form von Grenzhinweisschildern und „Auf Wiedersehen“ Tafeln in Washington und da war die Reihe mit den Barrieren und den kleinen Häuschen. Ein freundlicher Beamter fragte uns nach den Pässen und nach dem Wohin und Woher. Irgendwann bemerkte Angelika, dass der Beamte auf seiner Uniform Kanadische Abzeichen trug. Also sind wir aus den USA raus, ohne dass und jemand noch Fragen zur Ausreise gestellt hat und sind bereits im Besitze eines Stempels für die kommenden sechs Monate in Kanada unterwegs sein zu dürfen. Ein weiteres Land auf unserer Reise, das Dutzend ist seit Zentralamerika bereits voll:-)

Hier waren wir vor acht Jahren bereits auf einer Ferienreise und diesmal mit einem eigenen Fahrzeug. Gleich ab in die Innenstadt von Vancouver um etwas Kaffee für Angelika’s Kaffeemaschine zu kaufen. Die Innenstadt liess sich gut mit unserem Gefährt befahren und wir fanden einen Parkplatz ganz im Zentrum. Der Kaffee war dann bald beschafft und wir verbrachten einen Spaziergang aus der Innenstadt ans Meer. Besser gesagt an einen Meeresarm an dem Kreuzfahrtschiffe für die Passage nach Norden anlegen.

Die Stadt ist doch recht übersichtlich wie wir finden. Es gibt schöne Wohnquartiere und für unseren Geschmack zu viele Verkehrszeichen. Hier wird dem Schilderwahn aus Kolumbien noch eins aufgesetzt. Hier werden viele Schilder mit vielen kleinen Hinweistexten fast in Fahrzeuglänge an die vielen Säulen und Pfosten gemacht. Ein Signal, roter Kreis mit diagonaler roter Linie, die ein Schwarzes Achteck umkreisen und überdecken, fiel uns auch in grüner anstelle roter Farbe auf! Es handelt sich hier um ein Halteverbot für Personenwagen oder dann Taxis! Dafür gäbe es doch ein ganz einfaches Zeichen das dem Parkverbot sehr ähnlich ist, und mit blauer und roter Farbe auskommt!? Ja dazu dann noch viele Zeiten mit A.M. und P.M. Angaben machen die Sache sehr gewöhnungsbedürftig.

Doch wir konnten uns gut aufstellen in der Innenstadt und für die Nacht in einem ruhigen Quartier etwas südlich. Wir haben eine entfernte Cousine von Angelika mit ihrer Tochter, sehr kurzfristig angemeldet besucht. Die Nachricht an der Tür, dass das grosse beige Reisemobil in der Strasse parkiert, von uns ist, hat die Zwei Kanadierinnen dann auf unseren Besuch aufmerksam gemacht.

Wir verbringen eine kurzweilige Zeit mit den Zwei und vereinbaren spontan einen Besuch zum Geburtstag der Schwester von Anne in Kelowna. Dies jedoch als Überraschung aller noch nicht Wissenden.

So hatten wir bald genug vom Angebot einer Grossstadt und entschieden uns auf Hinweise vieler, eine Route nach Osten nahe an der Grenze zu den USA zu befahren. Diese Route führte uns durch eine Gegend mit relativ hohen Bergen. Es gab da regen Bergbau mit entsprechendem Rausch und schnellem Ende, und so konnten wir interessante Geschichtszeichen bewundern. Der Duro wurde mal wieder auf einer steilen Strasse bewegt und hat uns anstandslos an unser Ziel gebracht.

Die Überraschung auf dem Vorplatz von Heidy und Rob’s Haus am Samstag war ein Volltreffer:-) Wir unterhielten uns sehr nett und verbrachten tolle Stunden mit Ausflügen und Weingutbesuchen am Sonntag in der Umgebung. Um Kelowna gibt’s es bekannte Weingüter und entsprechend interessante und genüssliche Angebot für Besichtigungen und Degustationen.
Herzlichen Dank für die erlebnisreiche Zeit mit euch allen, Heidy und Rob, Anne und Emily, Chelsea und Michael.

Wir vereinbarten bereits aus Kelowna eine weitere Verabredung mit Peter und Ellen. Peter ist der Bruder von Hedy, die wir später noch besuchen werden und ein Cousin zu Angelikas Vater. Peter und Ellen sind ein beschäftigtes Paar und haben sich ein tolles Altersprojekt am Shuswap Lake eingerichtet. Wir genossen drei sehr interessante Tage im Narrows Village mit vielen tollen Gesprächen, Abenteuern auf dem Wasser, Mäusejagd in unserer Unterkunft, einem Original Airstream Wohnwagen, Jassen auch für Simon mit Schweizer Jasskarten und leckerem Essen miteinander. Vielen herzlichen Dank für die tolle Zeit und den privaten Transport über den schönen See!

Unser nächstes Ziel war ein weiterer Spontanbesuch bei einer Schweizer Familie, die in Horsefly wohnt. Silvia und Franz haben wir in einem Nationalpark in den USA kennen gelernt und wir waren nur in deren Wohnort. Die Fahrt dorthin führte durch eine ansprechende Gegend und in der grösseren Stadt Williams Lake haben wir uns am Freitagnachmittag noch etwas umgesehen und sogar auf einem Blockhausbauplatz einen erlaubten Rundgang nach Feierabend machen dürfen. Wir haben ab der Baukunst mit Baumstämmen tolle Häuser zu bauen, sehr gestaunt.

Kurzfristig haben wir uns gedacht, wir könnten Silvia und Franz freitagabends mit unserem Erscheinen überraschen. Doch wie sich herausstellen sollte. Waren die zwei zu Besuch bei ihren Kindern weiter südlich über das Wochenende. So haben wir anfangs noch gehofft, sie würden nach einem Termin freitagabends etwas später zurückkehren. Doch wir vertrieben uns dann bis Sonntagabend die Zeit um Williams Lake mit Autorennen am Samstag und Oldtimertreffen am Sonntag. Unsere zweite Übernachtung bei Silvia und Franz am Sonntagabend hofften wir dann auf das Erscheinen der zwei. Erst früh am Montagmorgen haben wir dann bemerkt, dass die zwei zuhause sind!:-)

Wir haben uns über das Wiedersehen sehr gefreut und mit Silvia, Franz, Adi und deren „go home“ Hund Ringo die kommende Woche verbracht. Endlich konnten wir mal wieder etwas arbeiten. An unserem Duro und auch den Rasen mähen ums Haus. Da dieser jedoch schon seit einiger Zeit nicht mehr bearbeitet wurde, hatten wir etwas länger als üblich, und vergnügten uns mit Aufsitzrasenmäher und Fadenschneider über mehrere Tage. Auch durften wir immer wieder köstliches Fleisch aus der Metzgerei geniessen und uns toll unterhalten, was in der Gegend denn immer so los ist. Die Ausfahrt und der Versuch an einem schönen See ein Abendessen serviert zu kommen, endete in einer Bärensichtungstour entlang der Strasse. Wir haben auf der Fahrt sieben Bären gesichtet. Von nun an ist es auch für uns klar, dass es Bären in Kanada gibt!:-)

Wir durften in Horsefly ein paar sehr abwechslungsreiche Tage verbringen. Vielen lieben Dank für die paar „Ferientage“ mit euch! Wir wünschen euch Alles Gute für die Heusaison. Das sollte ja nun keine weiteren Probleme bringen, die Holzscheiter haben wir ja dann schlussendlich in der Wiese doch noch gefunden:-)

Auch uns brennte es dann mal wieder unter den Füssen und so ging’s nach Nordwesten weiter. Durch schöne Landschaften mit viel Wald, der jedoch meist aus dünnen kurzen Bäumen besteht. Wir durften ein erstes Mal mit sehr vielen Mücken in einem Camping an einem See Bekanntschaft machen. Zum Glück fanden wir dann die Schlitze in unseren Dachluken, wo diese Biester hineinkommen konnten. Wir mussten uns dann mit einer vorerst rudimentären Lösung mit viel Klebband helfen, bis wir schlussendlich eine Lösung mit einem sehr dünn geflochtenen Netz von oben in unsere Luken montieren konnten. Nun sind wir für die kommenden Mückenattacken bereit!

Eines Abends trafen wir bei einem Waldcamping eine grosse Gruppe von Baumpflanzern. Sie waren unterwegs nach Süden um dort mit dem Pflanzen von jungen Bäumen ihrer Sommerarbeit nachzugehen. Wir unterhielten uns lange und konnten viel über die strenge aber gut bezahlte Arbeit erfahren. Für jeden gefällten Baum sind die Holznutzfirmen verpflichtet, drei neue junge Bäume zu pflanzen. Dies muss in der kurzen Sommersaison gemacht werden. Die Arbeit ist anstrengend doch mit 12.5 Cents für jeden gepflanzten Baum bei einem Tagesschnitt von 2500 Setzlingen, kommen dann gute Tageslöhne zusammen. Da die Gruppen in Zelten schlafen und dies meist direkt in den Pflanzgebieten, sind die Nebenkosten tief und es resultiert ein schöner Verdienst. Wären da nur nicht all die Mücken, Elche und Bären, die diese Arbeit etwas umständlich machen.

Uns wurde eine Route nach Westen empfohlen und so kam es, dass wir in der kleinen Ortschaft Rosswood in B.C. vorbei kamen. Wir waren so frei und haben bei einer uns bekannten Familie Halt gemacht. Diese Bekanntschaft war sehr einseitig, kannten wir sie doch von einer Fernsehsendung des Schweizer Fernsehens:-). Wir wurden sehr freundlich empfangen und durften bei den täglichen Arbeiten mithelfen. Haben und sehr gut unterhalten und konnten noch viele weitere Eindrücke gewinnen, wie das Leben in den Wäldern von Kanada sein kann. Vielen lieben Dank der Familie Schönbächler für die tollen zwei Tage. Die Offenheit und die Geduld mit all den Fragen, die immer wieder die gleichen sein dürften. Wir wünschen euch allen Alles Gute für eure Zukunft und euren Traum!

Etwas weiter nördlich fühlten wir uns in unsere Reise nach Island zurückversetzt. In den Lavafeldern nördlich von Rosswood fliessen glasklare Flüsse und Bäche durch Wälder und Lavafelder, bilden Wasserfälle und sind von herrlichem Moos umgeben. Wir konnten an einem etwas bedeckten Tag diese total andere Landschaft geniessen.

So sollte es denn kommen, dass wir ein erstes Mal auf unserer Reise nach Alaska einreisen können. Die kleine Ortschaft Hyder ist von Stewart her aus Kanada auf der Strasse zu erreichen. Die Anfahrt dorthin führte durch Berge mit viel Schnee und Gletschern. Leider hatten wir einen Regentag erwischt und deshalb nicht den Weitblick wie gewünscht haben können. In Hyder lebt eine kleine Gemeinschaft von US-Bürgern die vor allem da sind, um ab von der grossen „Einheit“ zu sein. Es gibt etwas ausserhalb der Ortschaft einen Bach, an dem, wenn die Lachse dann zum Laichen da sind, Bären und Adler bei der Fischjagd direkt von hölzernen Stegen aus beobachtet werden können. Wir waren leider noch etwas zu früh da, um dieses Spektakel zu bewundern.

Die Rückkehr aus „Alaska“ nach Kanada wurde dann durch Grenzbeamte von Kanada kontrolliert. Dort wird nur in eine Richtung eine Grenzkontrolle durchgeführt:-) Wir wurden wieder nach Kanada zurückgelassen und sind also weiter unterwegs nach Norden aufgebrochen. Haben beim Mittagessen zwei junge Schweizer kennengelernt. Sie werden wir weiter oben in Fairbanks wieder treffen. Auf einem Parkplatz und dann mit Ihnen die Sonnenwende in der Stadt feiern.

Die Strecke führte uns an einer ausgeschöpften Asbestmine vorbei, wo heute in der Umgebung noch nach Jadesteinen gesucht wird. Wir haben uns mit einer Frau über die Geschäfte mit den Steinen unterhalten und wieder einiges aus der Umgebung erfahren. Die Nacht nahe dem ausgedienten Flugplatz in all den verlassenen Häusern war eine spezielle.

Tags darauf sind wir dann im Yukon Territorium auf den Alaska Highway gestossen. Von da verläuft die Strasse nach Nordwesten und führte uns nach Whitehorse. Mal wieder etwas Zivilisation, Einkaufsmöglichkeiten und auf dem Parkplatz einer grossen Warenhauskette konnten wir umsonst parkieren. Im Transportmuseum erfuhren wir mehr über die kurze Bauzeit des Alaska Highway in 1942 durch das US. Militär und die Übergabe der Strasse (wenn man das so in der Zeit nennen konnte) an die Kanadische Regierung nach dem zweiten Weltkrieg. Heute ist die Strasse asphaltiert, doch es scheint uns, dass in vielen Gebieten die schnelle Bauzeit sich in Form von Setzungen im Strassenfundament bemerkbar macht. So wurde die Aufhängung unseres Reisegefährts immer mal wieder in maximale Einfederung versetzt. Strassensignale mit dem Hinweis „Raue Strasse“ lassen eine Instandstellung mehrere Jahre hinausschieben:-)

Wir haben die kurze Pause in Whitehorse genossen und uns schon bald auf den vorerst letzten Teil der kanadischen Strasse bis nach Alaska gemacht. Nach zweiunddreissig Tagen in Kanada sind wir Mitte Juni nach Alaska über den Alaska Highway eingereist. Der Grenzbeamte hatte kurz unsere Visa kontrolliert und keine weiteren Fragen gestellt. So sind wir nun für einige Zeit im neunundvierzigsten Staat der USA unterwegs. Der letzten „Wildnis“ und werden schon bald über die Erlebnisse hier oben berichten.

Wir haben Tage ohne Nacht erlebt, viele Kilometer auf nassen Schotterstrassen zurückgelegt und einen Meilenstein unserer Reise erlebt.

Bis demnächst mit Neuigkeiten.
Liebe Grüsse aus der „Wildnis“