Nord Kanada

Kanada ein zweites Mal

Lange ist es her, dass wir uns hier mal wieder mit einem Text über das Reisegeschehen melden. Wir genossen die vergangenen Wochen, ja Monate und erfreuten uns weiterer Höhepunkte unserer Reise. Diese führte uns in südöstlicher Richtung nach „Hause“.

Grenzübertitte haben wir ja nun schon ein paar gemacht. Doch immer wieder erwarten alle Anwesenden neue Herausforderungen. Dies geschah auch bei unserem Eintritt zurück nach Kanada über den „Top of the World Highway“. Der Kanadische Beamte stellte uns Fragen, damit er sicher sein konnte, dass wir nicht in seinem Lande bleiben würden und Jemandem eine Arbeit wegnehmen könnten. Wir konnten auch diesen Beamten überzeugen, dass wir auf Ende Jahr den amerikanischen Kontinent zurück nach Europa verlassen werden…

Nahe dem Grenzübertritt liegt Dawson City. Diese heute touristische Stadt liegt am Yukon. Hier wurde mit riesigen Goldbaggern das Flussgeröll heraufgeholt und in noch heute, gut hundert Jahre später, sehr gut sichtbaren „Geröllhaufen“ liegen gelassen. Es ging ums schnelle Gold, was die Natur mit den Bergen an Gestein machen wird, war nicht wichtig! Es gab auch hier ein paar wenige erfolgreiche Goldschürfer und viele, die alles aufs Spiel setzten und auch alles verloren haben.

Zurück in Kanada zu sein, war durch ein paar kanadatypische Gegebenheiten, schnell festzustellen. Uns viel unter anderem auf, dass bei Geschwindigkeitssignalen mit grossem Aufwand zusätzlich noch ein zweites Schild mit „km/h“ unten dran montiert wurde! Anscheinend konnten die US-Besucher nicht schnell genug unterwegs sein, und die Polizei hatte sich viele schlechte Erklärungen bei Geschwindigkeitskontrollen anzuhören. Dass Kanada grundsätzlich ein „metrisches“ Land ist, und eine maximale Geschwindigkeit in Kilometer pro Stunden fast halb so schnell ist wie Meilen pro Stunde, dürfte einem vernünftigen Bürger schnell auffallen:-)!

Wir freuten uns schon einige Zeit, in Yellowknife bei Buffalo Airways vorbeizuschauen. Der Weg dorthin führte uns durch weitere Wälder mit vielen Schotterkilometern. Vor lauter Bäumen konnten wir schon fast den Wald nicht mehr erkennen:-).

Ein kurzer Besuch in Watson Lake, dem Ort mit dem berühmten „Schilderwald“, hatte uns irgendwie enttäuscht. Ausser den Schildern haben wir ein Schweizer Reisepaar getroffen und eher unfreundliche, kanadische Bewohner. Das Reisepaar war mit einem MAN nach Alaska unterwegs und fiel uns auf, weil es einen Jeep hinter sich nachzog. Dies nicht nach Schweizer Manier, sondern der Jeep wird auf seinen eigenen Rädern hinterhergezogen, das sogenannte „Tow-Vehicle“. Wir haben uns mit dem Reisepaar über die gemeinsamen Erlebnisse und weiteren Pläne unterhalten und uns gefreut, mal wieder mit Schweizern auf Reise zu sprechen.

Wir hofften, die hoch im Norden gelegene Stadt Yellowknife anfahren zu können. Da jedoch ein heftiger Waldbrand nordwestlich des Great Slave Lake wütete, wurde die einzige Strasse die nach Norden führte einige Tage komplett gesperrt. Dies führte zu einer Planänderung, die sich als einzigartig herausstellen soll. Der Hinweis, doch mit einer alten DC-3 von Hay River über den See nach Yellowknife zu fliegen, und einen Besuchstag nördlich am See zu geniessen, setzten wir sofort in die Tat um. Wir mussten jedoch noch ein paar Tage am grossen See am Sandstrand ausharren, bis wir an einem Donnerstag mit „Joe Mc Brian“ und ein paar wenigen Tagespassagieren einen Flug in einem Oldtimer geniessen durften. Das Starten der Motoren, der Besuch im Cockpit vor und während dem Flug und die vielen Fotos waren nur der Anfang. Im Hangar in Yellowknife konnten wir gleich an den Flug eine Tour machen und durften viele Fragen stellen und die uns aus der TV-Show bekannten Orte und Flugzeuge vor Ort anschauen. Wir genossen jede Minute auch zusammen mit einem Motorrad fahrenden Schweizer und „Super-Conny-Mechaniker“, bei Buffalo Airways. Wir durften für viele Fragen Antworten erhalten und einen einzigartigen Flug mit einem siebzig Jahre alten Flugzeug erleben.

Die paar Tage in Hay River haben unsere Reise mal wieder etwas „entschleunigt“ und uns mit vielen Personen in Kontakt gebracht. Beim Tanken an der Kasse hat die Dame dann gefragt, ob wir die Reisenden in diesem speziellen Reisemobil seien, das hier in der Gegend gesichtet wurde:-). Ja in einer kleinen Ortschaft wie hier, fällt ein Fahrzeug wie unseres „noch“ auf:-).

Von einem Flugabenteuer zum nächsten. Wir fuhren ziemlich genau nach Süden um uns mit Ivan in Grand Cache zu treffen. Ivan und Fabienne haben wir im Frühling nahe Mexiko Stadt getroffen. Sie sind mit einem Swisscom Fahrzeug nach Süden unterwegs. Das Fahrzeug ist für ihre Sommerarbeitszeit in Costa Rica stationiert. Wir durften mit Ivan einen sehr interessanten Besuch im Hangar seines Arbeitgebers machen und einen Helikopterspezialrundflug über die Hügel um Grand Cache. Fabienne hat uns vermutlich von unten über sich kreisen sehen. Sie war mit ihrem Arbeitgeber auf einer Reittour am Reit- und Wanderwege reparieren. Leider konnten wir Fabienne nicht treffen, doch vielleicht werden wir uns dann mal in der Schweiz, wenn sie aus Kanada zu Besuch sind, persönlich unterhalten können? Wir wünschen euch beiden an der Arbeit und, im nächsten Herbst auf der Weiterreise nach Südamerika, alles Gute! Herzlichen Dank für die tolle Zeit mit dir Ivan und die vielen Antworten auf die vielen Fragen rund um deinen Pilotenberuf!

Nun ging’s auf in richtig touristische Gegenden. Nach einem kurzen Abstecher nach Jasper, führte uns die vielbefahrene Strasse nach Süden zu Lake Louise. Der etwas touristisch abgelegen platzierten „Moraine Lake“ gefiel uns fast mehr. Wir haben die tollen Farben und die Wälder in der Umgebung sehr genossen. Leider konnten wir dann nachts nur auf einem grossen Kiesplatz übernachten, da alle Campingplätze bereits voll waren. Dort trafen wir auf zwei Nidwaldner, genauer gesagt aus Ennetmoos. Nach dem Abendessen treffen wir uns noch auf einen Schwatz und bekommen einen selbst gemachten Zopf inkl. ein paar anderer netter Dinge für unsere Weiterreise. Vielen Dank dafür und wir sehen uns…

Einen kurzen Besuch im bekannten Banff haben wir mit Verwandten von Angelika geniessen dürfen. Wir haben die Familie Hopkins-Steiner in ihrem Restaurant mitten im Ort besucht und die Nacht im Vorgarten des Hauses parkiert. So kamen wir wieder zu einem Nachtplatz umsonst und durften tolle Stunden mit Verwandten von Angelika geniessen.

Ein weiterer Touristenort mit vielen Besuchern das ganze Jahr über. Wir mussten für uns feststellen, dass diese Gegend in den „kanadischen Rockies“ wohl der Innbegriff für Kanadas Westen darstellen muss. Die Gegend ist wahrhaftig schön, und entsprechend kommen viele Besucher dahin.

Nun, auf unserer Reise stand noch der Besuch von Hedy und Peter in Brisco. Dies war nicht allzu weit nach Süden von Banff. Wir waren in dieser Gegend vor acht Jahren das letzte Mal und freuten uns riesig über das Wiedersehen. Auch konnten wir ein zweites Mal zwei Töchter und deren Familie zu Besuch treffen. Es gab wieder einen Geburtstag zu feiern und wir wurden zu Wanderungen in der Umgebung eingeladen. Eine Wanderung führte uns an einen schönen See. Dorthin mussten wir zuerst über einen Stunde an den Ausgangspunkt fahren. Dies alles über Schotterstrassen und durch endlos scheinende Wälder. Ja solche Anfahrten werden wir in der Schweiz eher selten machen:-)

Die Wanderung führte uns durch eine Gegend in der im Winter einiger Betrieb mit Schneemobilen herrscht. Hier und da fanden wir ein paar Kunststoffteile und sogar noch einen vollen Benzinkanister die im Winter verloren gingen. Im Sommer sind die Wege meist durch hohe Sträucher gesäumt. Die Markierungen für den Winter sind denn oft auch hoch in den Bäumen, im Winter auf Schneehöhe, angebracht.

Wir genossen eine angenehme Wanderung und konnten die Gegend mit Verwandten von Angelika geniessen. Die „Pferdefliegen“ (horseflies) hielten sich zum Glück an diesem Tag mit Bissen sehr zurück und wir wurden verschont.

Auf der Rückfahrt konnten sprangen uns ein paar Rehe vor dem Auto über die Strasse und wir freuten uns, dass sie viele Jungtiere aus dem Frühling durchgebracht haben.

Ein Teil von Hedy’s Kindern mit Familie war dann bereits am Sonntag wieder auf Abreise und wir genossen ein paar ruhige Tage auf der Farm. Peter, überredete uns dann zu einer zweiten Wanderung. Diese hatte es dann doch etwas in sich und führte uns gut 17km durch zwei Täler die ganz hinten in einem Pass mit einander verbunden sind. Das Schild zu Beginn des Weges wies uns auf Bärenaktivität in der Gegend hin. Wir machten uns dann mit etwas lauteren Gesprächen auf uns aufmerksam. Unsere Versuche einen Bären zu sehen blieben erfolglos. Wir sahen viele Grabspuren in der oberen Erdschichten und auch recht frischen Bärenkot, doch ein Tier sahen wir nicht. Wir fühlten uns aber während der ganzen Wanderung irgendwie beobachtet:-).

Hedy erwartete uns dann abends auf bei Parkplatz am Ende der Wanderung und wir freuten und nach diesem Ausflug dann müde nach Hause gefahren zu werden. Peter, herzlichen Dank für die tolle Zeit zusammen mit dir in der Wildnis. Wir wünschen dir schon jetzt auch gutes Gelingen deines geplanten Wanderabenteuers in der Türkei.

Die Tage auf der Farm in Brisco waren sehr kurzweilig und wir konnten unsere Reise mal wieder etwas entschleunigen. Herzlichen Dank für die grossartige Gastfreundschaft und euch mit euren Projekten den verdienten Erfolg!

Doch auch uns juckten dann mal wieder die Füsse und wir bewegten unser Reisegefährt mal wieder. Wir tourten in einer grossen Runde nach Nordwesten und danach nach Süden an die Grenze zu den USA. Wir hatten mal wieder ein paar Regentage zu verzeichnen. Die Fahrt führte uns entlang weiterer schöner Seen und wir konnten uns sogar einen speziell gestalteten Reisigbesen in einer kleinen Besenmanufaktur erstehen. Dieser könnte uns sogar als Flugzeug dienen, sollten wir ihn je als Hexenbesen brauchen müssen.

Wir waren kurz vor September ein weiteres Mal an der Grenze zu den USA. Nach ein paar Fragen des Grenzbeamten und Überzeugungsarbeit unsererseits, erhielten wir ein zweites Mal sechs Monate Visum für die USA. Wir freuten uns über diesen Entscheid und konnten nun weitere Grenzerfahrungen unser eigen nennen! Dazu dann im nächsten Bericht mehr.

Viele Grüsse aus einem leider etwas feuergeplagten Kanada im Sommer 2014.