USA Asheville bis Halifax Canada

Aus den farbigen Wäldern nach Nordosten

Wir trafen kurz vor der grossen Herbstfarbenpracht im Great Smoky Mountain Nationalpark ein. Hier in diesem Park an der Staatsgrenze zwischen North Carolina Virginia und liegt ein riesiges Waldgebiet. Mehrheitlich Laubbäume die im Herbst wundervolle Farben annehmen, bis dann ein mehrheitliches braun den Winter über vorherrscht. Wir haben nach Nashville, in Tennessee gelegen, dieses hügelige Gebiet angefahren, um weiter nördlich dann den Blue Ridge Parkway bis fast nach Washington D.C. zu fahren. Für die Herbstfarben im Great Smoky Mountain waren wir Ende September leider ein paar Tage zu früh, doch wir hatten ein paar schöne Tage mit herrlicher Weitsicht. Diese Weitsicht offenbarte uns die grossen, etwas vernebelten Berge, die wir riesige Theaterkulissen hintereinander aufgereiht sind. je weiter weg vom Betrachter, desto bläulicher verfärben sich die bewaldeten Berge. Auch hat der Betrachter das Gefühl, es liege ein Rauch in der Luft. Rauch war es zum Glück nur visuell und nicht von Waldbränden. Die Namensgebung der Gebiete kam aus dem Erscheinungsbild wie wir es vorfanden. Je höher wir uns auf der sehr schön angelegten Strasse befanden, desto kühler wurde die Luft und wir sahen erste spärliche Verfärbungen der Baumblätter.

Wir haben zufällig beim Start am südwestlichen Ende des Blueridge Parkway erfahren, dass die erste Overlandexpo-Ost in Asheville NC, am gleichen Wochenende wie wir da waren, stattfinden wird. Haben wir uns doch noch im März des Jahres in Kalifornien Gedanken gemacht, ob wir vielleicht das Ursprungsveranstaltung, Overlandexpo im Westen der USA besuchen könnten. Doch im Mai hatten wir bereits geplant, viel weiter nördlich als Flagstaff zu sein. So haben wir absolut zufällig zu diesem Treffen gefunden. Genossen ein paar Tage parkiert im Duro auf einer grossen Farm und haben mal wieder vielen Reisenden von unseren Abenteuern und unserem Reisefahrzeug erzählt. Es gab viel Spezielles zu bewundern, ein paar hilfreiche Tipps zu Fahrzeugbergung und Abenteuerbewältigung haben wir erfahren und wieder viele sehr nette Reisende und ausgewanderte Schweizer getroffen.

Wir genossen die paar Tage stationär zu sein und haben uns nach einem langen gesprächigen Montag dann wieder auf den Parkway gemacht.

Bei einem kurzen Halt, mehrheitlich eine Verschnaufpause unseres Duros, hielt ein weisser Toyota aus Berlin neben uns. Wir trafen Christine und Carsten welche etwas früher als wir in Argentinien los fuhren, und nun gleichauf mit uns waren. Wir hatten natürlich sehr viel zu erzählen. Waren wir doch an vielen gleichen Orten und die herrlichen Erinnerungen kamen uns allen wieder in den Sinn!

Wir trafen uns die folgenden Tage ein paarmal wieder, und haben immer voneinander gedacht, die anderen seien sicher schon weiter weg. Wir wünschen den zwei Berlinern weiterhin sehr viele tolle Erlebnisse auf ihrer Reise mit dem Toyota. Wir haben erfahren, dass sie ja vielleicht bis nach Australien und dann zurück auf dem Landweg nach Europa fahren werden! Was für eine Reise!

Wir haben uns dann doch etwas schneller nach Nordosten bewegt als der Toyota und uns in Washington D.C. zuerst ein grossartiges Fliegermuseum an einem Regentag angeschaut und tags darauf kurz vor dem Weissen Haus einen Spaziergang unternommen. Der Präsident hatte keine Zeit uns zu empfangen und so haben wir ein Foto von seinem Haus von aussen gemacht.

Da wir uns nun an der Ostküste in einem sehr bewohnten Gebiet der USA befanden, haben wir die folgenden Tage gleich ein paar weitere Städte in unsere Besuchsliste eingepackt. Nach Baltimore, einer schönen Hafenstadt lag New York nicht mehr weit. Es wehte ein kühler Wind während unserer drei Tage in und um die grosse Stadt. Wir konnten zu einem recht teuren Preis in einem Camping in New Jersey, gleich westlich von Manhattan gelegen, parkieren und übernachten. In kurzer Zeit waren wir mit der U-Bahn mitten in Manhattan und liefen mal wieder wie verrückt durch diese pulsierende Stadt. Wir waren gut eingepackt in Regenkleidern und Mützen und konnten so dem Regenwetter trotzen. Ja, wir haben uns fast an dieses geschäftige Tun gewöhnen können, wussten wir doch auch, dass wir nur ein paar Tage da sein werden.

Ein Besuch bei der Freiheitstatue, gleich südlich unseres Campings, haben wir uns nicht entgehen lassen und die Insel, auf der die grossen Einwandererströme anfangs des zwanzigsten Jahrhunderts angekommen waren, besucht. Wir waren froh, nur kurz auf Besuch zu sein und wieder in die schöne Schweiz zurück zu können.

Der Dame auf der Freiheitsinsel haben wir versucht unter den Rock zu schauen, was jedoch auf dem Sockel nicht möglich war:-).

Wir hatten uns zudem zum Ziel gesetzt, einen Besuch an den Niagarafällen weiter nordwestlich zu machen. So langsam mussten wir nun definitiv feststellen, dass unsere Heimreise nun geplant werden musste. Wir hatten noch einen Interessenten für den Kauf unseres Duros in Kanada. Wir standen mit ihm über einige Zeit in Kontakt und hatten zu diesem Zeitpunkt diverse Optionen in Betracht gezogen, in welcher Form wir dann nach Hause kommen werden.

Es gab einen regen Informationenaustausch betr. einem möglichen Import des Duros nach Kanada. Schlussendlich waren dann jedoch die Unklarheiten seitens Behörden und Abhängigkeiten von Ersatzteilversorgung und Vorabprüfung des Fahrzeuges in Kanada zu gross, und ein Verkauf kam nicht zu Stande. So waren dann unsere weiteren Planungen auf eine Rückverschiffung unseres Fahrzeuges und unsere Heimreise nach Europa etwas klarer.

Wir haben uns entschieden, die Zeit der Reise unseres Duros auf einem Frachtschiff, selbst auf einem grossen Schiff aus New York nach Southhampton in England zu verbringen. Das Passagierschiff Queen Mary 2 wird uns während sieben Tagen über den Atlantik bringen:-)!

Die Abreise unseres geliebten Fahrzeuges wird ab Halifax, in Nova Scotia, Kanada, mitte November stattfinden!

So konnten wir eine gemütliche Fahrt durch die von uns bis dahin noch nie besuchten Staaten, so genannt Neu Englands, unternehmen. Hier immer mal wieder toller Herbstfarben an den Bäumen. Immer mal wieder waren wir in einer anderen klimatischen Region und die Natur war optisch ganz unterschiedlich. Wir hatten tolle Sonnentage und wurden auch mal wieder erinnert, wie ein kaltnasser Herbsttag aussehen kann. Tolle Wälder und herrlich schöne Küstengebiete in Maine und nun im östlichen Kanada haben wir besucht.

Auch freuen wir uns riesig, bald wieder Gerfried, der Reisende aus Österreich, den wir vor gut einem Jahr das letzte Mal in Kolumbien mit Chassisbruch getroffen hatten, in Halifax wiederzutreffen. Unsere Fahrzeuge werden auf dem gleichen Frachtschiff reisen und wir haben sicher Zeit unsere Erlebnisse der vergangenen Monate auszutauschen!

Abschliessende Gedanken zu dieser Reise werden bald folgen, wir sind noch nicht ganz zurück und zuhause :-)

Bis dann allen eine schöne Vorweihnachtszeit.