Buenos Aires Teil 2

Wir haben uns in einer grossen Bahnstation zwei wieder aufladbare U-Bahnkarten gekauft. An einem Samstag eine Verkaufsstelle für solche Karten zu finden war gar nicht so einfach. Doch irgendwie haben wir eine unscheinbare Verkaufsstelle gefunden und gleich noch 15Pesos Guthaben mitgekauft.

Nun können wir jeweils für 2.5 Pesos eine Fahrt unternehmen inklusive Umsteigen so viel wir wollen, jedoch ohne die U-Bahn zu verlassen. Das sind dann pauschal 50 Schweizer Rappen. Wenn wir etwas einteilen kommen wir damit ziemlich weit. Die U-Bahnen in Buenos Aires sind am Wochenende recht angenehm zu fahren. Es gibt genügend Platz und ein Gedrängel ist eher selten. Während dieser Zeit sind auch die fahrenden Händler in den Wagons unterwegs. Sie scheinen uns recht gut organisiert. Unaufgefordert kriegt man Kugelschreiber oder Touristenführer mit Strassenkarten in die Hand gedrückt oder auf die Beine gelegt. Die Verkäufer jeglichen Alters ziehen dann eine Runde durch den Wagon und holen danach die nicht gewünschten Artikel wieder ab. Ein Renner schien uns, eine in leuchtenden Farben angebotene Schutzhülle für die U-Bahnkarte zu sein. Wir konnten den Angeboten widerstehen und warten noch immer auf etwas Schweizer Schokolade die man uns anbietet :-)

Dass wir immer schön auf unsere wenigen Wertsachen aufpassen müssen haben wir denn am folgenden Sonntag, mit wenigen Fahrgästen, auch gleich bemerkt. Nach ein paar Minuten warten auf die nächste Bahn gab’s dann beim Einsteigen in den Wagon vor Angelika jemand, der sich nicht vorwärts bewegte. Ich noch halb draussen, hab dann auch schon gleich von links eine Hand an meiner Hosentasche bemerkt… Da musst ich doch schnell ein paar „Schwyzerdütsche Wörter“ in den Mund nehmen und die Person gleich mit in den Wagon ziehen… Was, wie, wo und sie hätten ja gar nichts und so weiter… Da steigen doch gleich drei Personen wieder aus und haben sich für die nächste Fahrt entschieden. Uns ist nichts weggekommen, doch die Situation war halt schon komisch.
Die Verlockung ist scheinbar für einige immer da und so versuchen wir aufmerksam zu bleiben.

Mit der U-Bahn sind wir nun schnell im Stadtzentrum und flexibel. Es gibt noch unzählige Busse die durch die Strassen flitzen. Viele wunderschön verziert und immer mit vielen Passagieren zügig unterwegs. Mit diesen Bussen könnten wir noch günstiger durch Buenos Aires flitzen, doch ist uns das Streckennetz eigentlich zu vielseitig. In unserem Quartier fährt die Linie 39. Gleich eine Strasse weiter ist die 39 jedoch auch unterwegs jedoch in eine andere Richtung. Es hat so viele Busse, dass es gar keine Buslinienkarte gibt. So sind wir dann öfters zu Fuss in den Strassen unterwegs und beschränken uns auf die U-Bahn.

In dieser Stadt gibt’s auch am Sonntag ein paar Strassen mit viel Betrieb, ja fast so viel wie unter der Woche. Angebote für Besucher in Form von Tangoshows und Souvenirs. Auch gibt’s da, vor allem Männer, die einem mit dem Worten „Gambio-Gambio“ auf ihre illegalen Dienste zum Geldwechsel hinweisen. Als Argentinier darf man offiziell keine US-Dollar wechseln. Daraus entsteht dann ein Schwarzmarkt, bei dem mehr als das eineinhalbfache zum offiziellen Ausländerwechselkurs Pesos getauscht werden. Weiter möchten wir diese Situation nicht kommentieren, sonst müssten wir uns mit innerpolitischen Themen auseinandersetzen.

Der Spanischunterricht mit Camila ging dann die kommende Woche weiter. Nebenbei haben wir uns noch um die Frachtpapiere für unseren DURO in der Stadt gekümmert. Nach einem Besuch beim Spediteur und weiteren Kosten für Zoll und Handling im Hafen von Zárate, ist jetzt noch etwas ausharren angesagt. Dieses Warten wird sich, hier schon mal vorn weggenommen, bis am 11. März hinziehen.

In unserer Freizeit besuchen wir tolle Museen in der Stadt. Geniessen leckere kühle Getränke und lassen uns auch in Restaurants verwöhnen. Das Angebot ist riesig jedoch tendenziell recht Italienisch (vor allem in unserem Wohnquartier). Auch Kinobesuche, Englisch gesprochene Filme mit Spanischen Untertiteln:-), habe wir uns gegönnt. So haben wir einigermassen den Inhalt des Films mitbekommen.
Auf einem von Camila empfohlenen Platz haben wir an einem schönen Samstag einem Tangopaar beim Vortanzen zugeschaut. Am „Plaza Dorrego“ ist jeweils an den Wochenenden viel los und neben Markt auch Tangotanzen für Alle. Das Quartier um den Platz bietet mit den scheinbar alten Gebäuden einen interessanten Eindruck wie’s mal war. Das kann man von anderen Quartieren leider nicht mehr unbedingt sagen. Es wird heute oft, was ja grundsätzlich sinnvoll ist, in die Höhe gebaut. Dass dem Nachbar, der nicht bauen kann oder will, somit dann eine hohe Wand hingestellt wird, das ist dann ein anderes Thema. Beim Spazieren durch die Strassen können wir ab und zu in lange Gänge der älteren Gebäude schauen. Diese gehen oft bis tief gegen das Zentrum von Quartierblöcken hinein. Seitlich von diesen Gängen sind dann Türen für innenliegende Wohnungen. Was früher in die Tiefe gebaut wurde, wird heute in die Höhe gezogen. Daher entstehen teils richtige Schluchten.

Die Tage, ja sogar die Wochen vergehen. Wir lernen viel Spanisch und versuchen es in der Stadt anzuwenden. Leider sind die Fragen der Argentinier dann schon etwas schnell gesprochen und/oder unerwartet für uns, was uns dann schon noch oft ins Rotieren, ja sogar Schwitzen bringt. Gekriegt haben wir bis jetzt eigentlich alles, ausser unseren DURO. Die vergangene Woche haben wir uns zuerst auf Donnerstag für eine mögliche Übergabe eingestellt. Doch wurde dies dann aufgrund Verspätung auf der Überfahrt von Afrika nach Südamerika auf Morgen, Montag 11. März verschoben.

Diese Woche haben wir uns dann noch für den gratis Veloverleih in der Stadt angemeldet. Mit einer Passkopie und einem vierstelligen Code können wir nun an insgesamt 28 Stationen aus den 1000 Fahrrädern auswählen. Spätestens nach einer Stunde müssen wir uns bei einer weiteren Station für eine Verlängerungsstunde melden, oder aber wir kriegen für eine Woche ein „Ausleihverbot“. Bis jetzt haben wir jeweils gerade eine Station gefunden, oder aber gleich die Räder abgegeben. Nach Besichtigung einer Sehenswürdigkeit und etwas Marschieren zu Fuss, dann bei der nächsten Station wieder ein Rad gekriegt. So sind wir noch etwas flexibler und mobiler unterwegs. Wir freuen uns täglich mehr auf unseren DURO, der ja auch 2 Fahrräder für uns mit dabei hat.

Gleich geht’s nochmal in den Botanischen Garten. Angelika möchte kontrollieren, ob die nette Katze (vierbeinig mit buschigem Schwanz) von gestern noch da ist. Es dürfte wiederum etwas warm sein. Die Tage hier sind wie in einem schönen Spätsommer. Ist doch hier eigentlich schon anfangs September. Sonnencreme müssen wir schon noch benutzen. Morgen soll’s dann also „endlich“ mit der eigentlichen Reise nach Süden losgehen. Wir werden von einem Taxi abgeholt, das uns ins gut 90km entfernte Zárate bringt. Die Wohnung und unsere Wäsche haben wir soweit vorbereitet…

Auf bald mit Neuigkeiten aus Argentinien unterwegs nach Süden.
Hasta la vista
Angelika und Simon