Vulkane und heisse Quellen

Auf den guten Tipp von Thomas, wo wir in Coihaique Autoersatzteile beschaffen können, sind wir zielstrebig ins kleine Städtlein unterwegs. Ein wahres Männerparadies! „Repuestos“ in vielfältigster Art und Sorte. Erstaunlich, hinter dem Tresen stehen vor allem Frauen, die Bescheid wissen, wo was für welches Auto passt und vorhanden ist. Wir haben unsere BOSCH Ersatzteilnummer und eine Massskizze der Glühkerzen mit dabei. Leider ist unsere Grösse nicht an Lager und leider sind auch keine Kataloge mit möglichen Zubehörlieferfirmen vorhanden. Da haben wir uns also das etwas speziellere Thema auserlesen. Wir gönnen dem Duro aber trotzdem etwas aus dem Paradies:-) Eine Hupe mit zwei richtigen Lufthörnern dran und schon mal einen speziellen Ringschlüssel für den Austausch der Glühkerzen. So schnell geben wir noch nicht auf, besuchen diverse Händler in der Ortschaft und machen ein erstes Mal Bekanntschaft mit dem chilenischen Mercedes Benz Händler „Kaufmann“. Es gibt ein paar Glühkerzen, diese sind jedoch meist nur für die gängigsten japanischen Fahrzeuge passend. Die Beschaffung neuer Glühkerzen wird uns also noch einige Zeit beschäftigen.

Als wir in einer weiteren Ortschaft auch nicht fündig werden, darf sich Simon von einer Friseurin einen Haarschnitt verpassen lassen. „Cortito“ versteht sie dann praktisch und einfach und schnell ist eine sportliche „Militärfrisur“ verpasst.

Weiter Richtung Norden fahren wir wieder auf einem Teil der Carretera Austral, die noch nicht asphaltiert ist. Steile Gefälle in beiden Richtungen, tolles Regenwaldgebiet mit dichtestem Unterholz und vielen grünen Büschen die sich seitlich der Fahrbahn nähern. In einer kleinen Ortschaft lassen wir uns ein leckeres kleines Mittagessen kochen und treffen im kleinen Restaurant drei junge Deutsche, welche in Kürze einen Bus nach Norden nehmen werden. Sie sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs. Wir tauschen uns über unsere verschiedenen Reisearten aus. Die Routenführung der Carretera wurde durch diese Ortschaft geführt, weil erste Einwanderer schon mit viel Aufwand eine Strasse entlang dem See gefertigt hatten. So ist die Ortschaft Puyuhuapi nicht noch mehr von der Aussenwelt abgeschnitten worden. Nach kurzer Weiterfahrt nach Norden dann eine Strassenbaustelle. Hier wird die Strasse zurzeit auf zwei Spuren ausgebaut. Wir halten bei der Ansammlung von Arbeitern auf Geheiss des Personals. In Kürze werde eine Sprengung weiter vorne durchgeführt. So sind wir die ersten in der Kolonne. Der Reisebus mit den Deutschen Reisenden von vorhin stellt sich hinten an. Wir haben ihn unterwegs anscheinend überholt als er weitere Fahrgäste in einer Ortschaft eingeladen hat. Da treffen auch schon vier Argentinier auf Motorrädern ein. Man erkundigt sich der Lage und wir erklären, dass vor ein paar Minuten die Gesteinsbrocken weiter vorne durch die Luft geflogen seien. Es soll doch noch etwas dauern, bis die etwas missglückte Sprengung weggeräumt ist. So in eineinhalb Stunden… Wir unterhalten uns mit den anderen Reisenden, kochen Wasser für Mate, den die Motorradfahrer anbieten, und eine unterhaltsame Wartezeit vergeht wie im Fluge.

Spontan entschliessen wir uns, neben der Strasse die Nacht zu verbringen. Der Reisebus von eben folgt bald darauf und wir winken ein gute Weiterfahrt. Wir schätzen die Freiheit, der Planlosigkeit und der eigenen freien Routenwahl. Die neue Hupe am Duro ist in Kürze montiert und wir freuen uns auf den Test am nächsten Morgen auf der Weiterfahrt.

Die Hänge seitlich der Strasse werden etwas flacher und wir nähern uns dem privaten Nationalpark Pumalin. Vorher machen wir Halt in Chaitén. Diese Stadt wurde im Jahre 2008 kurz nach Mitternacht von einem gewaltigen Vulkanausbruch überrascht und zum grossen Teil zerstört. Ein Fluss bahnt sich heute mitten durch die Ortschaft, viele Häuser sind nicht wieder aufgebaut und die frühere Uferstrasse liegt heute mehrere hundert Meter zurückversetzt hinter Schlamm und Geschiebe aus den Folgen der Schlammlawinen. Der Staat wollte das Gebiet grossräumig umsiedeln, doch die Bewohner von Chaitén kehrten bald in ihre Häuser zurück und einige können langsam wieder zu einer „Normalität“ zurückkehren. Es ist jedoch vieles anders wie früher und die Gefahr der Vulkane wird hier klar gezeigt.

Uns zieht der nächste Naturpark weiter nach Norden. Der Parque Pumalin „dort wo der Puma wohnt“, ist ein riesiger privater Naturpark. Douglas Tompkins, der Mitbegründer und Mitinhaber grosser Bekleidungsfirmen verkaufte 1990 ein Gros seiner Anteile und widmet sich fortan ökologischen Projekten. Er kaufte riesige Landflächen und gründete unter anderen den Naturpark Pumalín als Modell nachhaltigen Umweltschutzes.

Wir freuen uns auf diesen Park und sind von der Schönheit beeindruckt. Auf dem Weg zu einer ersten Fähre, die uns wegen der fehlenden Strasse weiter nördlich bringen soll, bestaunen wir eine sehr seltene Gruppe von zum Teil 3000 Jahre alten Alercen. Im netten Café am Wasser erfahren wir bei leckerem Kuchen, dass die Fähre jeweils einmal täglich um 14.00h ablegt und die Tickets weiter südlich in Chaitén verkauft werden. Ach was, wir versuchen dann halt morgen einen freien Platz auf der Fähre zu kriegen und kaufen uns dann ein Ticket auf dem Schiff. So verbringen wir eine ruhige Nacht an der ersten Fährstelle und geniessen die tolle Umgebung. Abends kommen delphinähnliche Meeresbewohner zu Besuch, die wir vom Ufer aus bestaunen. Das Warten auf die Fähre verfliegt mal wieder mit netten Unterhaltungen mit weiteren Reisenden unterwegs nach Norden. Langsam füllen sich die Parkplätze für die Fähre. Viehtransporte, Lastwagen, der tägliche Reisebus und ein paar kleinere Wagen. Der Duro gehört auch dazu… Zu sagen ist, dass ein erster Teil der Schiffsreise mit zwei kleinen Fähren, die gleichzeitig fahren, gemacht wird. Danach folgt eine etwa 10km lange Landpassage, und weiter nördlich dann die zweite Fähre etwa doppelt so gross, von Norden her kommend. Also wird in der Mitte gekreuzt und entsprechend neu verladen. Unser erster Versuch ohne Ticket dann weiter nördlich Platz zu finden endet damit, dass wir einen weiteren Tag im Park nächtigen dürfen:-) Heute waren alle Fahrzeuge die ordentlich gebucht hatten halt so gross, dass der DURO und wir hier bleiben sollten. Der Versuch war es wert, und wir konnten uns auf den nächsten Tag freuen, ja auch etwas hoffen, dass es dann klappen würde. Tolles Wetter, ruhige See, wieder viele Beobachtungen in der Natur und etwas werkeln am Duro bis dann die Fähre kommt.

Es klappt, diesmal haben der DURO und wir locker Platz auf der ehemaligen griechischen Fähre und geniessen die Fahrt nach Norden. Die gut vier stündige Fahrt verläuft unspektakulär und wir treffen bereits in der Dunkelheit in der kleinen Ortschaft Hornopirén ein. Nach kurzer Suche haben wir dann einen Nachtplatz etwas ausserhalb gefunden. Wir versuchen möglichst nicht nachts unterwegs zu sein. Gibt es doch auch hier viele, die entweder Treibstoff sparen, und deshalb die Beleuchtung der Fahrzeuge nicht einschalten oder schlicht nur defekte Glühbirnen in der Gegend herumfahren.

Eine Grossstadt, Puerto Montt, soll uns helfen bei der Suche nach Glühkerzen. Auf einem grossen Parkplatz mitten drin haben wir dann auch gleich zwei Nächte „bewacht“ geschlafen. Nach etwas ausgedehnterer Suche dann im Deutschen Verein der Stadt ein Internet für das Hochladen des vorherigen Reiseberichtes gefunden.

Mit weiteren hilfreichen Tipps von diversen Stellen aus der Schweiz mit möglichen Teilenummern für Ersatzglühkerzen die im Duro passen könnten, haben wir die Mercedes Benz Vertretung in der Stadt besucht. Auch hier die Firma Kaufmann. Sehr hilfreich wurden unsere Mercedes Nummern im System eingegeben und festgestellt, dass die Ersatznummern der früheren Teilenummern leider nicht ganz unseren eingebauten Teilen entsprechen, hat der verantwortliche Ersatzteilhändler mir, Simon ein Telefon hingehalten. Ein Deutscher in dritter Generation etwas nördlich könne wir ev. helfen. Herbert Vyhmeister, Diesel Bosch Service, erklärt mir, dass es diese Nummer nicht in Chile gibt. Wir unterhalten uns über das weitere Vorgehen und ich sage ihm, dass ich noch weitere Möglichkeiten mit einem Import direkt aus der Schweiz sehe.

Kaum aufgelegt einen Rückruf von Herbert. Er könnte mir direkt von BOSCH Deutschland genau unsere Teile direkt bestellen. Kurz zugesagt und gleich einen Besuch für den nächsten Tag ausgemacht, um die Teile zu bezahlen. Toll, eine Bestellung läuft und wir freuen uns über die sehr hilfsbereite Unterstützung! Eine weitere Nacht auf unserem Parkplatz mit „Bewachung“ mitten drin und grosse Freude über eine baldige Lösung unseres „Kerzenthemas“ lässt uns ruhig schlafen.

In sehr netter Lage an einem See finden wir am nächsten Tag dann „Puntalarga.cl“. Herbert Vyhmeister‘s Bosch Diesel Service in direkter Umgebung eines sehr schönen Wohnhauses mit Milchkühen und Kolibris hinter dem Gebäude. Wir werden sehr nett empfangen und unterhalten uns mit Herbert, seiner Familie und den Angestellten. Herbert hat in Chile die deutsche Schule besucht und ein Jahr ein Praktikum bei einer Mercedes Benz Garage in Deutschland erleben dürfen. Seine heutige Firma mit Spezialisierung auf Revision von Diesel Einspritzsystemen der Firma BOSCH, führt Herbert nun schon einige Jahre. Wir geniessen ein köstliches Mittagessen und unterhalten uns über alles Mögliche. Gerne zeigen wir unseren Duro und freuen uns im Voraus auf die Glühkerzen direkt aus Deutschland. Bis diese dann eintreffen werden wir eine Schleife über Argentinien weiter nördlich ziehen.

Wir sind über die nette Deutsche Art der umliegenden Ortschaften erfreut, besuchen das „Museo Colonial Aleman de Frutillar“ und geniessen Kuchen und Kaffee gleich nebenan. Viele Schilder weisen mit deutschen Worten auf Köstlichkeiten und Sehenswürdigkeiten hin. Auch finden wir, dass die Häuser und Gärten uns stark an Deutschland erinnern. Ab ca. mitte des 19. Jahrhunderts sind in dieses Gebiet viele Deutsche ausgewandert und haben bis heute Ihre Wurzeln behalten. Zum Teil unter sehr entbehrlichen Bedingungen sind hier neue Existenzen entstanden.

Die weitere Fahrt, wieder einmal nach Argentinien, führt uns nach Osten. Um den herrlichen See „Lago Languihue“ nahe an die Grenze. Auf der Suche nach einem schönen Nachtplatz können wir für etwas Geld, für das wir jedoch „nur“ einen Parkplatz und keinen weiteren „Service“ erhalten, in einem schönen Wald- und Weidegebiet unsere nächste Nacht erleben. Es gibt mal wieder etwas Schlammstrasse in der sich der Duro beweisen kann. Ohne Probleme kommen wir an einen schönen Platz direkt an einem Fluss und beschliessen am nächsten Morgen mit den Fahrrädern noch etwas weiter in die Gegend hinein zu fahren. Nachts schlafen wir nicht sonderlich gut, da drüben am Fluss bis früh in den Morgen mit Musik die Winterzeit eingefeiert wird. Die Fahrradfahrt weiter ins Gebiet hinein ist teils recht sumpfig, doch ein Erlebnis. Am chilenischen Grenzposten wird uns auch sofort klar, woher die Musik der letzten Nacht herkam. Der Zollposten war direkt über den Fluss bei unserem Nachtlager. Wir sind nicht sehr früh dran, merken jedoch, dass die Zollbeamten noch etwas mit der kurzen Nacht kämpfen. Erst im zweiten Anlauf haben wir dann auch Ausreise- und nicht Einreisestempel in unsren Pässen drin. Der Zollbeamte hat auf unsere Bemerkung, ob sie denn lange gefeiert hätten, ganz verdutzt reagiert.

Schon kurz nach der chilenischen Grenzstation sehen wir die ersten Ascheschichten neben der Strasse. Hier hat vor etwa zwei Jahren ein Vulkanausbruch mit Winden nach Osten die Nationalparks richtig eingedeckt. Heftig mit Asche und Vulkanauswurf riesige Flächen in grau gehüllt. Die Strassen mussten wochenlang mit schweren Maschinen geräumt werden. Die Ortschaften und Liegenschaften sind stark verschmutzt und viele Häuser auch verlassen. Wir können uns die Schönheit der Nationalparks Puyelme in Chile und Nahuel in Argentinien vor dem Vulkanausbruch nur schlecht vorstellen. Wir wünschen, dass sich die Natur einigermassen erholen kann und die Bewohner der Gebiete nicht zu heftig mit der Asche zu kämpfen haben. Wir fahren fast eine halbe Stunde bis wir den argentinischen Grenzposten erreichen. Steile Passstrassen rauf und runter und überall soweit wir sehen liegt Asche. Kurz nach der Grenzstation nach Argentinien finden wir auf einem bereits geschlossenen Campingplatz noch einen Nachtplatz. Für uns wird das Tor geöffnet und unter hohen Nadelbäumen verbringen wir die Nacht direkt an einem See. Die Besitzer fragen uns ob sie ein Foto von unserem Gefährt machen dürfen und wir freuen uns ob der lustigen Hühner die abends noch eine Runde durch den Wald drehen. Auch hier liegt dick Asche überall!

Unser nächstes Ziel, San Carlos de Bariloche wurde uns von vielen empfohlen. Diese Stadt lebt von der schönen Lage am See „Lage Nahuel Huapi“ und dem Ruf als Schokoladenoase. Viele Spezialitätengeschäfte mit Schoggi und allerlei Touristenangeboten. Wir lassen die Stadt auf uns wirken und verfallen eigentlich keinen „Touristenfallen“. Leider zeigt sich das Wetter erstmals richtig regnerisch. Neben einem leider abgebrannten Hotel verbringen wir die Nacht an einem kleinen See. Der nächste Tag geht als erster „ganzer“ Regentag in unsere Reisebücher ein. Nach einem richtig verregneten Spaziergang gönnen wir uns zielstrebig ein Kaffee im grossartigen Hotel Llao-Llao. Im Hotel, dominant platziert mit umliegendem Golfplatz, waren wir in unserer Aufmachung gerade noch geduldet und fühlten uns etwas beobachtet. Der Parkplatzwächter konnte es dann jedoch nicht lassen, bei unserer Ausfahrt vom Parkplatz den etwas spezielleren Gast zu fotografieren:-)

In der „Colonia Suiza“ gönnten wir uns eine leckere Rösti und genossen die spezielle Atmosphäre mit vielen Schweizer Kantonswappen und netten Häusern. Die Rundfahrt führte uns zurück nach Bariloche und einer nächsten Nacht direkt neben dem Flugplatzmechaniker beim Aero-Club-Bariloche. Nicht gerade viel los zu dieser Zeit doch eine nette Unterhaltung mit dem Mechaniker.

Nun soll die „Ruta de los 7 Lagos“ den nächsten Höhepunkt versprechen. Tolles Gebiet mit einmal mehr einer neuen Umgebung und Nachtplatz direkt neben der Strasse. Wir schön eingerichtet, sogleich von einer zufällig vorbeikommenden Polizeipatrouille kontrolliert:-) Unsere Papiere jedoch alle in Ordnung und wir eine weitere Nacht mit etwas Wind ums Fahrzeug genossen. Leider ist dieser Tag nun bereits der „DRITTE“ Regentag unserer Reise und wir hoffen schon auf Besserung! Tolle Seen und grossartige Umgebung. Landschaft und Gebirge und Strände mit schönen Campingplätzen. Bei einem bereits für den Winter geschlossenen Campingplatz machen wir kurz halt und fragen ob wir uns den Strand kurz ansehen dürfen. Kaum zurück bietet uns Gilberto eine Flasche Prosecco mit drei Gläsern an! Erst kurz nach Mittag füllen wir die Gläser ein erstes Mal und unterhalten uns amüsiert. Es scheint als Gilberto den Kiosk des Campingplatzes bewachen soll, er sich langweilt und ihm unser Besuch eine Abwechslung bietet. Wir unterhalten uns amüsiert und fahren kurz darauf reich beschenkt weiter. Wir mit einer weiteren Flasche Prosecco, einem riesen Wildfleischmocken aus der Kühltruhe und noch ein Hirschgeweih dazu beschenkt. Gilberto haben wir zwei Victorinox Küchenmesser und unseren grossen Dank geschenkt.

Ein Hinweis auf im Wald gelegene Thermalquellen führt uns auf einer teils schmalen und oft steilen Strasse tief in einen Wald hinein. Nach einer Flussdurchquerung mit knietiefem Wasser sind wir, wie etwas erwartet, die einzigen Gäste direkt am See. Es regnet intensiv und wir freuen uns bereits auf den nächsten Tag und den Besuch der Quellen. Ich, Simon, darf an diesem 3. Mai einen weiteren Geburtstag feiern und Angelika einen weiteren halben Geburtstag. Ich werde mit einem feinen Kuchen und Schoggibrötli aus unserem Backofen verwöhnt!

Wir starten mit unseren Fahrrädern uns lassen diese jedoch auf halber Strecke stehen. Der Weg ist für Bikes nicht wirklich geeignet:-) Das gut 38° warme Wasser geniessen wir in grossartigem Wald. Zum Glück nicht mehr „Regenwald“ und dieser Tag geht dann auch als weiterer Sonnentag in unsere Reise ein! Auf dem Weg zurück begegnen uns weitere Badegäste. Am Wochenende sind hier das ganze Jahr über Einheimische unterwegs. Kaum zurück, fahren wir mit unseren Fahrrädern noch kurz zum Fluss. Es scheint uns, dass es da wirklich keine Brücke für Fussgänger gibt. Die Familie drüben im Toyota gönnt sich denn noch eine Stärkung bevor sie die Durchfahrt wagt:-) Kaum kommen sie zum Camping kommen sie auf uns zu und fragen, ob wir denn bis morgen hier seien und sie uns dann ev. zurück durch den Fluss folgen können. Wir unterhalten uns später noch gut über ihr Leben in Argentinien, ihre Reisepläne mit der Transsibirischen Eisenbahn diesen Sommer und die Ängste die sie bei der Flussdurchfahrt im Pickup mit nur Heckantrieb erlebt haben.

Die Nacht wird sternenklar und entsprechend überzieht Raureif am nächsten Morgen die Umgebung. Die Fahrt zurück durch den Fluss machen beide Fahrzeuge ohne Probleme und wir machen uns auf weiter nach Norden. Die Schleife über Argentinien zurück nach Chile in die Gegend grosser Vulkane führt uns über einen Grenzübertritt mit herrlichem Vulkanblick. Ein fast makelloser Bergkegel mit ewigem Eis gleich an der Grenze. Unser siebte Grenzübertritt Argentinien - Chile liegt hinter uns und das Städtlein Pucón vor uns. Wir halten jedoch noch auf einem für uns alleine offenen Campingplatz an einem herrlichen Fluss. In dieser Umgebung soll es in der kurzen dreimonatigen Sommerhauptsaison extrem zu und her gehen. Wir sind froh in der Nebensaison die Gegend geniessen zu können und nicht in einem Autostau stecken zu bleiben. Gleich oberhalb Pucón liegt der in unseren Augen noch schöner geformte Vulkan Villarrica. Im Winter auch Skigebiet weit oben am Hang besuchen diese Attraktion viele Besucher vor allem im kurzen Sommer. Eine sehr beeindruckende Lavahöhle lassen wir uns von einem engagierten Führer erklären und bewundern diese von innen auf einer Begehung. Der Vulkan ist aktiv und könnte jederzeit ausbrechen. Das heisst, die Aufzeichnungen zeigen, dass er eigentlich bisher immer nur in den Sommermonaten ausgebrochen ist, und so verbringen wir dann die Nacht auch gleich oben am Berg. Sollte er diese Nacht ausbrechen, hätten wir hier oben gerade knapp zwei Minuten Zeit, bis uns das geschmolzene Gipfeleis wegspülen würde…

Wir sind nun nahe der Ortschaft Villarrica und entschliessen uns auch hier noch Thermalquellen zu besuchen. Die "Termas Geométricas“, von einem chilenischen Stararchitekten geplant, verzaubern auch uns. Wir merken, dass das 39° warme Wasser uns eigentlich am besten behagt. Über 40° Grad Celsius sind einfach zu heiss! Die teils steile Piste hinauf zu den Termas können wir dann richtig heiss gewaschen wieder locker herunterfahren und uns auf den Besuch im Universo machen.

Im Universo, südlich von Villarrica, besuchen wir Ruth und Fredel, das Matzmobil, ein Cousin von unserem Duro, Reina der Subaru und zwei liebste Katzen. Wir dürfen bei den zwei Schweizern unser Vehikel parken und ein paar abwechslungsreiche Tage verbringen. Lieben Dank auf diesem Weg für das sehr nette Treffen, den Ausflug in die Stadt, den Spaziergang ums Universo und die Benutzung des Internets!

Bis demnächst mit Neuigkeiten aus dem Süden!
Angelika und Simon