Nord Argentinien

Argentinien hohe Andenpässe

Nördlich in Chile haben wir das Observatorium „Cruz del Sur“ entdeckt und wollen diesem einen Besuch abstatten, da noch Schnee den Passübergang nach Argentinien versperrt. Wir lauschen einer tollen Führung im Observatorium, betrachten unter anderen den Planeten Saturn (der mit den Ringen) und dürfen im Anschluss der Führung sogar noch ein paar Bilder ganz ruhig aus der Erhebung des Observatoriums schiessen. Die Fahrt nach Combarbala bringt uns ein erstes Mal fast an 31Grad südliche Breite. Auf dem Weg zurück nach Santiago und dem hoffentlich endlich geöffneten Pass nach Osten, treffen wir ein Junges französisches Reisepaar mit einem ausgedienten schweizer 6x6 Pinzgauer und bolivianischem Hund Tessa. Wir unterhalten uns der Einfachheit halber auf Englisch und tauschen viele tolle Erlebnisse aus.
Das Warten bis der „Paso Cristo Redentor“, eine Verbindung von Chile nach Argentinien, geöffnet ist, hat sich gelohnt. Wir haben verschiedene, zum Teil widersprüchliche Informationen betr. Öffnungszeiten. Wir fahren gegen Abend von Westen her an den Pass. In Richtung Osten soll er nachtsüber geöffnet sein. Vorbei an vielen Lastwagen, die die vergangenen Tage im Stau standen, in die Nacht hinein. Es scheint, dass wir den Pass heute in die Nacht, sprich vor 20h überqueren können. Es dunkelt schnell ein, und so sind die spektakulären Serpentinen und Steigungen nur durch die vielen Lichter der Lastwagen von unten zu erkennen. Wir bleiben dran, machen kurz ein paar Fotos vor dem Tunnel auf der Passhöhe und sind bereits auf der argentinischen Seite. Gut 3000müM. erreichen wir eine erste Reisehöhenmarke. Kühler Wind und düstere Nacht um uns herum. Auch liegt da der Schnee der die Verzögerung auf westlicher Seite verursacht hat. Wir fahren zur Zollstelle für unsere Einreise. Kurz vor „Ladenschluss“ kriegen wir die Formalitäten erledigt. Ein netter Austausch mit dem Zollbeamten lässt sogar die Früchtekontrolle mit Worten erledigen:-)

Wir haben das Gefühl bei der Fahrt in die Nacht einiges verpasst zu haben, und so schlafen wir kurz unterhalb der Zollkontrolle auf einem bereitgemachten Parkplatz eines Winterskigebietes. Eine weitere Nacht in Kälte und in einer Höhe, die uns etwas kurzatmig schlafen lässt. Wir sind froh, nicht weiter nach unten gefahren zu sein. Geniessen tags darauf einen Blick zum Aconcagua, dem höchsten Berggipfel Südamerikas. Weitere Sehenswürdigkeiten um die Passhöhe entdecken wir bei herrlichem Sonnenschein und vernichten einiges an Höhe hinunter nach Mendoza. Im Camping Suizo, der eigentlich für die Wintersaison schon geschlossen ist, verbringen wir zwei Tage. Bringen unsere Wäsche mit den Fahrrädern in die Wäscherei und kriegen auf der Rückfahrt bergauf eine schöne Ladung Staub gepudert. Die saubere Wäsche holen wir abends dann mit dem Taxi:-) Der Duro kriegt noch ein paar Aluprofile als Regenrinnen geklebt und ist so ein weiteres Stück der Fertigstellung näher… Fehlt nur noch der Anschluss der Kabel für die Sitzheizung:-)

Auf Empfehlung anderer Reisenden befahren wir eine kleinere Strasse westlich der Ruta 40 nördlich. Besuchen den Park El Leoncito mit weiteren Observatorien. Ein sehr technisches, nur tagsüber zu besichtigendes grosses Observatorium, denn nachts werden hier Staub-, Licht und Luftwerte erfasst, und ein kleineres mit einem grossen Phototeleskop. Wir unterhalten uns mit dem Leiter über alles Mögliche und hoffen, dass sich die seltenen, heute leider vorhandenen Wolken, noch verziehen. Wir dürfen gleich neben den Gebäuden parkieren und hoffen bis spät in die Nacht, dass wir die Sterne noch beobachten können. Leider ist unser Wunsch nicht in Erfüllung gegangen… Vielleicht haben wir weiter nördlich nochmals eine Möglichkeit?

Entlang der Ruta 149 gibt es tolle Gesteinsformen und weitere neue Eindrücke. Wir sind mal wieder auf der Suche nach einem schönen Nachtplatz, fällt uns rechts von der Strasse eine tolle Minenanlage auf. Diese Anlage dürfte in mehreren Etappen mit diversen Verfahren ausgebeutet worden sein. Heute sind noch Schmelzofenkamine, Tunnels mit Durchzug, ein vertikaler Schacht von geschätzter 100m Tiefe und viele Gebäuderuinen vorhanden. Wir schiessen einige Fotos und erkunden die verlassenen Anlagen. Hunderte von Holzkisten mit Probebohrkernen liegen verstreut umher. Die Nacht bricht mit einem tollen Sternenhimmel herein. Bald sind wir am Schlafen, bis nachts Angelika aufschreckt! Ein Geräusch auf unserem Fahrzeugdach! Ich, Simon, schrecke auf und versuche Angelika zu beruhigen. Sie meinte zuerst es könnte ein Puma zu Besuch sein. Wir lauschen den Geräuschen ein weiteres Mal. Ein Tippen auf unserem Dach. Es stellt sich heraus, dass wir nachts von einer gewundrigen Eule oder einem Uhu besucht werden. Der Vogel hat sich sogar von oben durch unser Dachfenster einen Blick in unser Gefährt erhascht:-) Ein weiterer Besuch später gegen Morgen ist dann zum Glück weniger aufschreckend für uns.
Wir möchten einen weiteren hohen Andenpass nach Chile zurück befahren. Dieser soll uns auf über 4700müM. bringen. Die Strecke dahin verläuft der Ruta 40, dem argentinischen grossen Strassenprojekt entlang. Wir werden mal wieder von der „Gendarmeria Argentina“ überprüft. Unsere Daten werden in einem Notizbuch festgehalten. Die vier Spezialisten, sie haben ihren grün lackierten Doppelkabinen-Unimog neben der Strasse parkiert, wollen das ein oder andere von uns wissen. Wir geben gerne Auskunft und kommen mit dem einen noch fast über die Sinnfrage unserer Reifen ins Gespräch. Wir werden jedoch nicht weiter ausgefragt und dürfen weiterfahren.
Kurz darauf finden wir gleich neben der Strasse einen ebenen Platz, welcher nach Regen jedoch eine grosse Pfütze sein muss…:-) Wir können gerade unsere Stühle auspacken, verlangsamt ein grosses weisses Gefährt auf der Strasse seine Fahrt, und ich, Simon, winke sicherheitshalber mal rüber. Der Unimog mit Wohnaufbau biegt ebenfalls von der Strasse ab und kurz darauf begrüssen wir Sarah und Merv, zwei Irländer auf Reise! Sie hätten sich mit den „Garabineros“ vor allem über die zwei Unimogs als über die Reisepapiere unterhalten und hätten auch erfahren, dass kurz vor ihnen ein ähnliches Gefährt in gleicher Richtung unterwegs sei. Gleich sind wir alle in einem Gespräch über das woher, warum, wohin wie schnell und „was alles noch“ unserer Reisen vertieft. Wir geniessen später einen Tee im „Moglander.com“ und freuen uns tags darauf bei der Verabschiedung auf das nächste Treffen unterwegs. Wir fahren beide grundsätzlich Richtung Norden!

Auf dem Weg zum Paso San Francisco, besuchen wir die toll angelegten Termen von Fiambala. Wir erfrischen uns in den schön angelegten Becken in wohlig 40 Grad temperierten Wassern. Wir verbringen die Nacht auf einem Parkplatz unterhalb der Anlage. Der nächste Morgen soll nun die Überquerung des Passes bieten! Soll, denn wir können, obwohl eigentlich bis kurz vor der argentinischen Grenzstation tollstes Wetter herrscht, die Grenzstation nicht queren. Ein Auto mit vier Argentiniern aus Buenos Aires kommt mit ein paar Fotos von Schnee auf der Strasse auf der argentinischen Seite zurück. Sie haben nur Sommerreifen drauf. Wir können trotz Schneeketten und Vierradantrieb niemanden überzeugen, uns durchzulassen…
Niemand hat eine Prognose die uns helfen könnte. So kommt denn auch noch etwas Schneegestöber auf und wir entschliessen uns, gut 90 Kilometer zurück zu einem Hotel auf cirka 3300müM zu fahren und dort die Nacht zu verbringen. Wir statten dem leeren Hotel, das erst im Jahre 2012 fertiggestellt wurde einen Besuch ab. Kriegen ein einfaches Abendessen mit einer Flasche Wein und einer Portion Internet. Strom und eine spärliche Beleuchtung gibt’s zu dieser Jahreszeit nur wenn der kleine Generator läuft.
Wir verbringen eine einigermassen gut durchatmete Nacht im Windschatten hinter den Gebäuden. Der nächste Tag soll denn auch die Überquerung ermöglichen. Wenig Bewölkung und eine weitere tolle Fahrt über kurzfristig 4174müM. Unser Höhenrekord bis dahin auf dieser Reise! Die Grenzstation im Osten des Passes liegt auf etwa 4025müM. Wir werden nicht durchgelassen! Wir können auch nicht unsere Pässe deponieren und uns die argentinische Seite mit dem Duro besichtigen. Es liege zu viel Schnee auf der chilenischen Seite! Kein Durchkommen, auch nicht mit unserem grossen Gefährt! Wir dürften jedoch die argentinische Seite zu Fuss etwas erkunden. Zu Fuss ist uns zu langsam! Wir packen unsere Fahrräder runter und mit etwas Verpflegung nehmen wir die tolle Passstrasse in Angriff. Schön langsam und gemütlich mit etwas Wind im Gesicht nach oben. So geschätzt 7km weiter oben geniessen wir ein kühles Picknick hinter einem schützenden Stein. Der Himmel ist verhangen, der Wind frischt auf, und wir entscheiden uns schweren Herzens, diesen Pass auf später verschieben zu müssen. Ein auffrischender sehr kühler Wind bläst uns regelrecht zurück zum schützenden Duro! Es scheint uns, als ob dieser Pass einfach zu wenig wichtig ist, dass die Strasse offen gehalten wird. Oder aber ist die chilenische Seite einfach vom Pazifik her richtig dem Regen und Schnee ausgesetzt… Einen Fahrradhöhenrekord mit geschätzten 4350müM nehmen wir mal für uns in Anspruch, wenn auch nur eine Spazierfahrt:-)

Nun folgt leider die lange Rückfahrt aus dieser „Sackgasse“ hinunter auf den Talboden und zurück auf die Ruta 40. Wir halten unterwegs neben der Strasse in einem wilden Tal als die Nacht mal wieder früher hereinbricht als gewünscht. Es regnet für ein paar Minuten hier unten im Tal. Wir hoffen, dass es nicht zu heftig wird, und wir samt Duro hinuntergespült werden. Dieser Pass sollte es also nicht sein. Auch stellen wir unsere grobe Planung für die Fahrt nach Norden entsprechend um. Wir werden in Argentinien nach Norden Fahren und dann unterhalb Bolivien nochmals die Anden nach Chile queren. Wir werden dann im Norden die weiteren Möglichkeiten feststellen. Wir folgen einem weiteren Teil der Ruta „Cuarenta“ Richtung Norden und kommen an weiteren toll gefärbten Landschaften und an riesigen Weingebieten vorbei. Die Ruinen der Stadt Quilmes liegen am Weg und schon bald erreichen wir die Stadt Cafayate.

Es gibt hier viele Bodegas und Weingüter entlang der Strasse. In der netten Ortschaft an der friedlich anmutenden Plaza gönnen wir uns einen Drink. Südlich der Ortschaft liegt ein grosser, schöner Campingplatz und wir parken neben einem Iveco Reisefahrzeug aus Deutschland. Heidi und Werner sind ebenfalls wie wir nach Norden unterwegs. Wir unterhalten uns bis spät in die Nacht und tauschen Tipps und Erfahrungen aus. Schön mal wieder in Deutsch mit Reisenden zu sprechen. Gleich nebenan ist ein Paar aus Argentinien. Sie sind mit Fahrrädern ebenfalls nach Norden unterwegs. Federico spricht sogar etwas Deutsch. Er sagt sogar, seit neun Jahren das erste Mal wieder seit seinem Besuch in Deutschland. Auch wir werden Clara und Federico sicher noch weiter nördlich wieder begegnen. Hoffen wir auf jeden Fall. Wir offerieren den zwei immer hungrigen Reisenden Kuchen und zwei typisch schweizerische Küchen-Mitbringsel für die Weiterfahrt. Ein Besuch in einer Weinbodega und des Marktes bringen uns die Feinheiten der Region ein weiteres Mal nahe. Hier wird Wein in Glasflaschen zu 4.65Liter abgefüllt:-)

Aus der Unterhaltung mit Heidi und Werner haben wir freudig festgestellt, dass der vermeintlich hohe Pass San Franzisco so in etwa das höchste gut anfahrbare Ziel in Argentinien sein soll. Doch es gibt da eine weitere noch höhere Herausforderung, und dies innerhalb Argentiniens! Dazu werden wir nach einem Abstecher entlang der Ruta 40 nordwestlich in die Täler fahren. Zuerst besuchen wir „Quebradas“ (Schluchten) entlang einer tollen Strasse. Die zwei bekanntesten sind wohl das Amphitheater und der Teufelsschlund. Die perfekt asphaltierte Ruta 40 schlängelt sich durch ein farbenfrohes Tal entlang eines Flusses. Links und rechts immer wieder bizarre Gesteinsformationen. Die zwei mächtigen Einschnitte rechts der Strasse waren den Besuch total wert.

Nun also werden wir auf einer Schotterstrasse Richtung des Passes Abra del Acay weiterfahren. Weitere ungewöhnlich geformte Felsen entlang der Strasse. Wir parken zwei weitere Nächte wild unterwegs. Zuerst an einem Fluss und die nächste Nacht in einem nach oben abgesperrten Tal. Darin kann bis zu einer Absperrung zu einer Höhle gefahren werden. In dieser historischen Stätte wurden vor vielen hunderten Jahren Ernten in einfachen Speichern, gut belüftet und doch von oben durch den Felsvorsprung geschützt, gelagert. Wir freuen uns ab der Sandtauglichkeit des Duros. Die Nacht in mitten des engen Tales mit dem Schein des beinahe vollen Mondes sind ein weiterer Höhepunkt.

Früh sind wir an diesem fast völlig wolkenlosen Tag unterwegs. Zuerst gemächlich, dann immer enger gewunden und steiler führt die Passstrasse hinauf. Wir können in etwa erahnen, wo der Höchste Punkt dieser Strasse dann liegen wird. Doch bis dahin windet sich die Strasse über einige bereits gefrorene Bachläufe. Schnee ist hier unten nur ganz wenig in windgeschützten Ecken vorhanden. Je höher wir steigen, desto heftiger wird der Wind. Auf unserem GPS Gerät erkennen wir zwar den Strassenverlauf, können aber nicht erkennen, wo die Passhöhe liegen soll. Die Höhenangaben in unserer Karte mit 4895müM haben wir bereits überfahren und unser GPS Gerät zeigt bereits eine grössere Höhe an, und wir fahren immer noch bergauf! Doch da, cirka 30cm Schnee wurde von oben auf die Fahrbahn geblasen. Die Strasse führt noch immer bergauf. Ein erster Versuch im Schnee weiter zu fahren brechen wir schon bald ab. Wir legen uns einen Plan zurecht. Die Schneeketten, welche wir ja nicht umsonst mitnehmen wollen, sollen montiert, und der Weg zu Fuss inspiziert werden. Nicht dass wir dann in einer Sackgasse mit zu viel Schnee doch noch umdrehen müssen…!
Dies auf einer Höhe von über 4900müM. Das ist mehr als der höchste Berg in Europa, der „Mont Blanc“ in Frankreich mit „gerade“ mal 4810müM. Wir werkeln also an den Schneeketten rum und Angelika läuft die Strasse, warm eingepackt, dem Schneesturm entgegen. Ich, Simon, montiere ja gerne Schneeketten. Dies auf dieser Höhe mache ich jedoch schön langsam und überlegt. Immer wieder werde ich von Schnee und Sand eingepudert. Schön abwechslungsreich. Wir sind ja so ziemlich gar nicht akklimatisiert. Kommen aus einem geheizten Fahrzeug und wollen über diesen Pass!:-)
Angelika ist zurück mit ein paar Fotos von den gut zwei hundert fehlenden Metern auf die Passhöhe. Zuerst noch horizontal, dann nach einer letzten Rechtskurve hinauf zu ein paar sich im Wind scheppernd bewegenden Tafeln und Schilder. Die vier Schneeketten beweisen ihre Daseinsberechtigung und führen uns problemlos durch die Schneeverwehungen. Ein paar Fotos unterwegs und dann windige „Selbstauslöserfotos“ Ganz zuoberst, schiessen wir Adrenalin gesättigt. Unser GPS Gerät zeigt eine Höhe von 4976müM. Die der Sonne zugewandte Seite des Passes ist eigentlich schneefrei. Ein letztes Eisfeld eines Baches und wir sind bald wieder weiter unten. Der Duro hat Bergabfahrten in diesen Höhen nicht so gern und zeigt uns das mir heftigen Rauchzeichen in weissblauer Färbung. Zum Glück weht ein Wind und die Rauchzeichen werden verblasen und es ist bald nichts mehr zu sehen.
Die Schneeketten sind schnell demontiert und liegen lose im Fussbereich der Beifahrerin. Wir wünschen uns, sie wären etwas leichter als die 20kg pro Stück:-)

Bald darauf kommen wir im windigen San Antonio de los Cobres an. Wir tanken den vorderen Tank wieder voll. Der hintere soll mal wieder zur Verbrauchsstatistikauswertung leergefahren werden. Hier oben ist alles etwas anders. Die Leute gezeichnet von der rauen Natur. Die Fahrzeuge ebenfalls gezeichnet, mehr noch von den einfachen Strassen als von der Natur.:-) In etwa 130km Entfernung wäre ein Grenzübergang nach Chile auf etwas über 4000müM. Dieser ist jedoch auch wegen viel Schnee auf chilenischer Seite gesperrt. Wir entscheiden uns, das nordwestlich der Ortschaft liegende Viadukt der bekannten Eisenbahnstrecke „Tren a las Nubes“ zu besichtigen. Das Stahlgebilde „Viaducto La Polvorilla“ besuchen wir auf der neu benannten untendurch führenden Ruta 40. Ja die Argentinier verlegen den Verlauf der Ruta 40 immer mal wieder, damit sie auch sicher die längste Strasse in einem Land ist oder wird…:-) Noch nicht am Viadukt angekommen fährt uns der weisse Unimog „Moglander“ entgegen! Die Iren sind bereits auf dem Rückweg mit ein paar Fotos und wir verabreden uns später in der Ortschaft dort wo’s Internet gibt.
Der Zug fährt in der Nebensaison jeden Samstag eine tolle Strecke von Salta in die Wolken und zurück. Fast zu Schluss würde er dieses grosse stählerne Bauwerk passieren.

Auch wir, mit ein paar Fotos mehr in unseren Apparaten, fahren die staubige Piste zurück nach San Antonio de los Cobres. Wir finden den Unimog und geniessen zusammen einen Kaffee und tauschen unsere neuesten Erlebnisse freudig aus!
Die Grenzpässe nach Chile sind derzeit gesperrt. Die Iren werden sich weiter östlich der Grenze nach Norden bewegen und wir mit dem Duro zuerst nach Salta fahren.
Pläne werden gemacht, dass man sie wieder anpassen kann. Wir verabschieden uns auf das nächste Treffen. Wissen nicht wo, sind jedoch sicher, dass es weiter nördlich irgendwo unerwartet sein wird!

Ein nochmals aufgefrischter Wind bläst viel Staub durch die Strassen. Wir fahren in die Dämmerung hinein nach Osten. Finden in der Dunkelheit einen wenigstens etwas geschützten Platz zwischen zwei Steinwällen. Wir werden eine erste Nacht auf cirka 4000müM. verbringen. Das wohlbemerkt nicht akklimatisiert und bei Wind und Kälte…
Der Duro gibt uns einmal mehr grossartigen Schutz. Wir haben jedoch etwas Mühe mit der Höhe. Versuchen kurzatmig die Nacht zu schlafen. Den nächsten kühlen Morgen starten wir mit einer warmen Dusche und einem kleinen Frühstück:-) Die Kopfschmerzen, die Simon seit etwa vier Uhr früh spürt, verleiten ihn dann zur Einnahme einer Tablette.
Weiter nach Osten führt die Strasse dann wieder wunderschön asphaltiert hinunter nach Salta. Angelika fährt die Strecke und Simon erholt sich schnell von seinen „Wehwehchen“ (Männer…).

Uns wurde der Camping Municipal empfohlen. Kaum angekommen treffen wir Heidi und Werner aus Deutschland mit ihrem Iveco Daily. Den grossen Pool, der jedoch nur gut zwei Monate im Jahr mit Wasser gefüllt ist, bestaunen wir mit Besorgnis. Wie muss hier in der Saison die Post abgehen. Wir geniessen einen weiteren lauschigen Frühwinter Nachmittag mit Arbeiten an den Computern. Angelika verpasst dem Duro eine wohlverdiente Aussenwäsche mit Schwamm.
Dieser Bericht ist somit aus der Stadt Salta im Norden Argentiniens ins Netz gestellt worden.
Wir wünschen allen einen schönen Sommer- oder Winteranfang
Liebe Grüsse, die noch nicht höhentrainierten, Angelika und Simon