Cuenca Ecuador nach Cartagena Kolumbien

Kolumbien Verschiffung nach Zentralamerika

Die Testfahrt hat uns mal wieder aus eigener Kraft (zumindest der des Duros) bewegen lassen! Ein paar kleine Lecks im Kühlsystem und an einer Ölrücklaufleitung sind später dann auf dem Programm.

Das mitgebrachte elektronische Motorsteuergerät aus der Schweiz hat leider noch keine Abhilfe der Nagelgeräusche des Motors gebracht. Auch ist ein neues Ventil noch nicht des Problems Lösung:-) Wir bleiben dran und werden später noch zwei weitere Sensoren aus der Schweiz bringen lassen…

Es fühlte sich irgendwie komisch an, nach vier Wochen wieder unterwegs zu sein. So fuhren wir denn auch nur zur anderen Seite der Stadt und liessen uns durch eine bekannte „Panamahut“ Produktion führen. Dieses Familienunternehmen verfeinert und vermarktet die unter Panamahut bekannten Hüte und verkauft diese in alle Welt. Die Hüte werden meist auf dem Lande von „Weberinnen und Webern nach Standards gewoben und im Geschäft dann weiter bearbeitet. Je feiner die Fasern des gewobenen Produktes, desto teurer das Endprodukt. So dauert das Weben für einen Hut zwischen ein paar Tagen bis zu einem halben Jahr! Natürlich folgt am Schluss ein kleiner Verkaufsladen und wir konnten uns zu zwei schöne Hüte aus Ecuador anlachen:-).

Der Name Panamahut kommt aus der Zeit, als diese Schattenspender für die vielen Arbeiter am Panamakanal gebraucht wurden. Dort wurden die Produkte auch weiter in die ganze Welt versendet, jedoch erst, nachdem sie mit einem Importstempel „Panama“ versehen waren. Die Rohprodukte und die Hüte kommen seit jeher aus Ecuador. (Panama und Ecuador gehörten einst zu Kolumbien, bis diese sich Selbständig gemacht haben.)

Auf dem Weg nach Norden zum Äquator lag der zweithöchste, aktive Vulkan auf der Erde, der Cotopaxi. Zu einem Refugio am Vulkankegel auf etwas über 4000müM. fahren wir um mal wieder unsere Herzen etwas zu fordern:-) Es gibt im Nationalpark schöne Camping Möglichkeiten mit herrlicher Sicht auf den Vulkankegel. Auch hatten wir das Glück, den Vulkan kurz ohne Wolkenschleier zu sehen!

Weiter nördlich, wir sind zügig unterwegs, um zeitig in Costa Rica zu sein, fahren wir geradlinig durch Quito und versuchen am Äquator ein paar obligate Bilder zu schiessen. Doch wir bemerken, dass wir auf einer Schnellstrasse nach Norden unterwegs sind, die keine Parkiermöglichkeit anbietet. Der Äquator ist schneller überfahren als uns lieb ist, und daher nähern wir uns von Norden auf einer östlich liegenden Strasse nochmals von „oben“! Hier ist das „Monument“ das wir gesucht haben! Auch treffen wir hier ganz unerwartet Gerfried, ein Reisender den wir bereits mehrere Male weiter südlich getroffen haben. Das Hallo ist herzlich und wir beschliessen, spontan die kommende Strecke nach und durch Kolumbien gemeinsam zu fahren!

Wir geniessen das Verweilen auf dem Äquator und freuen uns, nun die Sonne am Mittag wieder im Süden sehen zu können. Ein letztes Mal tanken wir sehr günstigen Treibstoff in Ecuador und sind tags darauf am Grenzübergang zu Kolumbien. Die Formalitäten sind eigentlich ganz normal. Ich, Simon, muss jedoch noch drei Kopien meines Passes mit Einreisestempel liefern. Ich bin nicht im Computersystem erfasst:-) Ja so geht’s einem, wenn man nach langem Warten ganz im Süden von Ecuador einreist, und die Daten von diesem Grenzposten nicht weiter gereicht werden…

Sie lassen uns und unsere Fahrzeuge ausreisen und sogar in Kolumbien einreisen! Die Weiterfahrt machen wir recht zügig über eine östlich liegende Route. Wir fahren durch eine tollen Regenwald über oftmals sehr ausgesetzte Strasse. Der Regen während der Fahrt und die vielen engen Kurven fordern alle die unterwegs sind. Hier hat’s zum Glück viele Leitplanken, die einem eine gewisse mentale Sicherheit vermitteln. Nützen würden die meisten bei einem heftigen Kontakt mit dem Duro jedoch nichts! Ein Sturz ins Leere wäre verheerend…

Die Fahrt führte uns über die tollen Ausgrabungsstätten in San Agustin westlich an Bogota vorbei zur Kathedrale in der ehemaligen Salzmine. Hier kann man in einer sehr voluminösen unterirdischen Kirche auch etwas Kunsthandwerk bestaunen.

Unterwegs nach Bucaramanga entdeckt Gerfried an seinem Pickup Chassis einen neuen Riss im Bereich der Stelle, die bereits weiter südlich repariert und verstärkt werden musste! Wir fixieren den rechten Chassis-Längsträger mit einem breiten Spanngurt und fahren fortan schön gemächlich nach Floridablanca, etwas südlich von Bucaramanga, zu einer Gleitschirmflugschule. Gerfried hat sich eigentlich auf ein paar Wochen Gleitschirmfliegen gefreut. Nun sieht er sich mit einer neuen Herausforderung im Fahrzeugbau konfrontiert. Wir zwei Jungs starten gleich und demontieren die Ladebrücke vom Nissan. Gerfried kann bei der Flugschule in seinem Wohnaufbau leben und das Fahrzeug kann in der Stadt repariert werden. Wir machen uns viele Gedanken wie der Schaden entstanden ist, und was als beste Reparaturlösung in Frage kommt. Ein paar Skizzen zum Diskutieren und erklären für die Spezialisten in der Ortschaft. Die Bevölkerung und Inhaber der Flugschule haben uns umgehend ihre Unterstützung und auch mögliche Spezialisten vorgeschlagen!

Ich glaube, der Schaden ist irgendwie zu einem guten Zeitpunkt aufgetreten. Klar war das nicht geplant, doch darauf muss man sich einlassen, wenn man unterwegs ist:-)

Wir haben kurze Zeit vorher eine Buchung für die ganz neue Fährverbindung zwischen Kolumbien und Panama getätigt und sind daher auf zügigem Kurs nach Norden. Die gemeinsame Zeit mit Gerfried haben wir genossen und freuen uns, Gerfried und sein repariertes Fahrzeug bald weiter nördlich wieder zu treffen!

INFO:
Wir haben dann in Costa Rica von Gerfried Neuigkeiten vom Verlauf der Reparatur erhalten! Es scheint, dass die hier Handwerk verstehen und der Nissan nun besser als neu ist, und noch viele tausend Reisekilometer halten wird!

Die Fahrt durch Kolumbien im östlichen Bereich nach Norden führt uns in tiefer gelegene Gegenden. Die Temperaturen und die Luftfeuchtigkeit steigen merklich an und wir schwitzen aus allen Poren. In Cartagena, einer massiv befestigten Stadt an der karibischen See, treffen wir auf alte und neue Reisebekannte. Wir versuchen mit einem kleinen Ventilator die Hitze im Duro etwas zu verteilen und schlafen einigermassen gut. Wir verfolgen gespannt die Neuigkeiten zum Fährfahrplan. Dieser entwickelt sich leider nicht zu unseren Gunsten, doch wir hoffen bis zum reservierten Termin! Diese Fähre sollte im Oktober 2013 das erste Mal fahren und Passagiere mit Fahrzeugen transportieren. Da jedoch die Vorbereitungen noch nicht alle abgeschlossen sind, sehen wir uns gezwungen, eine Verschiffung des Duros mit einem Frachtschiff zu planen. Dazu haben wir eine Kontaktperson in Cartagena genannt bekommen und starten so etwas verspätet die Verschiffung unseres Duro mit einer Plattform. Dazu werden vorab ein paar Papiere organsiert und wir können an einem Donnerstag unser Fahrzeug im Hafen abstellen. Am Freitag wird nach einer Drogenkontrolle das Fahrzeug auf einer 40Fuss langen Plattform mit vier Gurten fixiert und der mit Siegeln versehene Duro auf eine kurze Reise nach Norden gesendet.

Der grosse Vorteil der Fähre wird sein, dass man als Passagier mit dem Fahrzeug unterwegs ist, und die Überfahrt in gut 24 Stunden machbar sein wird. Nun hatten wir unser Wohnhaus also nicht mehr und verbrachten noch zwei Nächte in einem Hotel in Cartagena. Diese typische Stadt an der Karibik liess uns auch erahnen, wie der Sklavenhandel aus Schwarzafrika geblüht haben musste. Viele schön erhaltene Gebäude und enge Gassen in dieser belebten Stadt.

Wir warteten das Ablegen des Frachtschiffes bewusst in Kolumbien ab, um sicher zu sein, nicht nochmals für eine weitere Kontrolle in den Hafen bestellt zu werden, und nicht mehr im Lande zu sein. Ein kurzer Direktflug nach Panama war leider nicht buchbar, so flogen wir dann über Bogota schlussendlich nach Norden und kamen in Zentralamerika in Panama Stadt an!

Wir waren durchwegs von Kolumbien positiv überrascht! Wir mieden ein paar heikle Gebiete und erfreuten uns ab der sehr netten Bevölkerung und den tollen Orten die wir besuchten.
An die Hitze an der Karibik werden wir uns wohl gewöhnen „müssen“.

Liebe Grüsse aus Zentralamerika!