Nicaragua & Honduras

Die Fahrt nach Nordwesten führt uns entlang des grossen Sees in Nicaragua, dem Lage de Nicaragua. In ihm „schwimmen“ Inseln mit markanten Vulkankegeln darauf. Nahe der Ortschaft Masaya fahren wir zum stark beissend rauchenden Vulkankrater, des Vulkan Masaya. Hier können wir ein paar Lungenzüge des beissenden weissen Rauches inhalieren und sehen mal wieder erstarrte Lavaflüsse und typische Vulkanumgebung. Wir parken beim interessant gestalteten Besucherzentrum und verbringen die Nacht im Park. „Der Vulkan wird sich wohl diese Nacht ruhig verhalten“, hoffen wir!

Wir bewegten uns zügig und nähern uns bereits der Grenze zum nächsten zentralamerikanischen Land, Honduras. Wir hatten noch die Idee, möglichst auf kurzer Strecke durch Honduras über El Salvador nach Guatemala zu fahren. Dies war dann nach einer etwas komplizierteren Grenze in unseren Papieren eingetragen.

Die Polizeikontrolle früh morgens tags darauf, fragte prompt danach. Wir hatten uns bereits anders entschieden und wollten direkt nach Nordwesten nach Guatemala fahren. Der Beamte fragte nach unserem Ziel, und als wir ihm Guatemala anstelle El Salvador, wie auf unserem Papier geschrieben nannten, wurde es etwas kompliziert… Wir zeigten ihm schlussendlich unsere Karte und die Möglichkeit in einem Bogen nochmals über eine Grenze nach El Salvador zu fahren, und nicht direkt nach Guatemala, dann waren wir endlich wieder im Besitze unserer Papiere und konnten weiterziehen. Unsere Unterhaltung nach diesem Treffen während der Weiterfahrt war dann mal wieder von der Art, dass wir uns grundsätzlich über die weiteren Begegnungen mit der kontrollierenden Polizei neu absprachen. Immer mal wieder wird aus lauter Wunder der Behörden unser Verhalten auf die Probe gestellt. Haben wir, so denken wir, schon einiges erlebt, doch es gibt noch immer wieder was dazu zu lernen, damit wir uns ohne schmieren weiter bewegen können!

Wir haben von einer speziell angelegten Hotelanlage im „Selva Negra“, dem „Schwarzwald", etwas weiter nördlich gehört. Da konnten wir eine sehr interessante Tour durch den Bauernbetreib unternehmen. Hier wird auf riesigen Flächen biologischer Kaffee angebaut. Zur Anlage gehört auch eine Fleisch-, Milch-, Käse-, Eier- und Methangasproduktion. Alles mit einer grossen Anzahl Angestellter, die in der betriebseigenen Schule ihre Kinder unterrichten lassen können. Auf der Rundfahrt durch den grossen Betrieb haben wir eine riesige, biologisch wachsende Zitrone geschenkt gekriegt. Demnächst wird Angelika damit einen feinen Kuchen backen:-)

Wir sind relativ zügig nach Nordwesten unterwegs. Uns zieht’s durch Honduras zum Lago de Yojoa. Dort verbringen wir die Nacht einer schönen Hotelanlage in der Orangenbaumanlage und freuen uns ab kühlen Temperaturen. Kurz vor dem nächsten Grenzübertritt nach Guatemala besuchen wir die grosse Tempelanlage der Mayakultur in Copán. Wir kommen am späten Nachmittag an und geniessen einen friedlichen Rundgang in den Tempelanlagen. Es gibt da seit ein paar wenigen Jahren ein Projekt zur Wiederauswilderung von herrlichen Ara Papageien. Über unseren Köpfen flogen und schwatzten gut dreissig dieser wunderschön gefärbten Vögel. Sie werden noch an grossen Futterstellen gefüttert, können sich jedoch frei bewegen. Ziel ist es, diese oft als Haustiere gefangenen Vögel wieder in den Wäldern heimisch werden zu lassen. Hoffen wir, dass dieses Projekt erfolgreich sein wird.

Ein weiterer Grenzübertritt in ein uns noch nicht bekanntes Land stand an. Diese Grenze geht in unsere Bücher ein, als eine normale, mit Anstehen in den Kolonnen mit den Lastwagenfahrern und als äusserst korrekter Grenzübertritt. Der Inhalt unseres Duros interessierte mal wieder niemand sonderlich und wir waren in einem neuen Land, Guatemala.