Guatemala & Belize

Wussten wir wenig zu diesem Land, hatten wir ein paar vorsichtige Informationen wie wir uns bewegen sollen, bewegten wir uns zügig weiter nach Norden. Bei einem Halt in den Tempelanlagen in Quiriguà, fanden wir auf der Zufahrt dahin grosse Bananenplantagen vor. Es regnete während unseres Besuches der Anlage und wir konnten einen friedlichen Rundgang kurz vor Schliessung am Abend unternehmen. Auch hier sind tolle Tempel zugänglich und freigelegt. Es gibt in dieser Anlage die Möglichkeit auf dem Parkplatz beim Eingang zu schlafen. Wir lernten zum ersten Mal die kleinen miesen Sandfliegen kennen. Sie kamen locker durch die Mückengitter in unseren Fensteröffnungen und machten sich durch kleine Piekser auf der Haut bemerkbar. Leider ist es dann jeweils zu spät, denn sie haben bereits ihre Portion Blut gekriegt und hinterlassen einen roten Punkt auf unserer Haut!

Wir geben den grossen Bananenplantagen im Umfeld die Schuld für die Anwesenheit der vielen kleinen Biester. Vielleicht tun wir auch diesen Kreaturen Unrecht, doch eine Daseinsberechtigung können wir uns nicht erklären.

Auf der Weiterfahrt nach Norden kamen wir an einer schön renovierten, strategisch ideal positionierten Burg vorbei. Beim Besuch des „Castillo de San Felipe“, an einer Verengung vom karibischen Meer in den „Lago Itzabal“ konnten wir uns die Kämpfe und Machdemonstrationen früherer Zeiten gut vorstellen. Im kleinen Hafen im Ort liegen ein paar Weltseglerboote und auf der Hauptstrasse ist viel los. Wir fuhren abends bei der uns genannten Finca Ixobel vor. Der Boden sei durch die anhaltenden Regenfälle sehr aufgeweicht und so parkierten wir sicherheitshalber vor dem Hauptgebäude auf dem Vorplatz. Wir genossen ein leckeres Abendessen aus der Fincaküche und brauchten alle Daten des Internets auf.

Die Strassen in Guatemala überraschten uns ab und zu mit grossen Schlaglöchern. Diesen auszuweichen klappte fast immer. Doch ein paar Schüttler mussten sich der Duro und wir uns ertragen lassen. Auf der Fahrt zum nächsten grossen Tempelanlage, Tikal, waren wir etwas früh dran. Wir warteten vor dem Eingang bis wir um halb Vier nachmittags ein Ticket für den nächsten Tag kaufen konnten. Noch am Abend besuchten wir die riesige, im Wald liegende Anlage ein erstes Mal und verschafften uns einen ersten Eindruck. Es wurde prompt dunkel, als wir uns dann kurz vor Schliessung der Anlage wieder auf dem Camping befanden. Der Platz vor dem Eingang ist mit ein paar Dächern und einfachen WC-Anlagen ausgerüstet. Der Duro stand auf einer schönen Wiese und genoss wie wir einen ruhigen Abend. Es regnete nachts immer mal wieder und der nächste Tag liess uns dann mit Gummistiefeln ein zweites Mal in die Anlage aufbrechen. Es tropfte und regnete immer mal wieder recht heftig. Kaum liess der Regen etwas nach, schwirrten und ein paar aufdringliche Mücken um den Kopf! Ja auch sie wollten ihren Teil der Touristen und Besucher abbekommen:-).

Die Anlage ist in einem Wald gelegen. Man kann sehr gut erkennen, wo unter Hügeln noch weitere Tempel liegen. Diese auszugraben und unter dem dicht bewachsenen Urwaldbewuchs liegend hervorzuheben, ist eine sehr aufwändige Arbeit. So wird es auch in Zukunft noch möglich sein, hier archäologische Projekte durchzuführen.

Der Regen verschaffte uns immer mal wieder etwas Abkühlung und nach zwei Nächten auf dem Campingplatz im Park waren wir auf dem Weg zur nächsten internationalen Grenze. Belize haben wir aus Westen her angefahren. Eine weitere Grenze für uns, doch anscheinend haben die Zollbehörden nicht oft mit Reisenden wie wir zu tun. So wurden wir gefragt, ob wir in einem Tag durch fahren wollen! Was wir denn länger im Lande machen wollen, war dann die Frage! Wir waren etwas erstaunt über die zwei Wochen Aufenthaltsbewilligung im Pass. Als der Zollbeamte für unser Fahrzeug ein Temporäres Einreisepapier auszufüllte, gab er uns mit seinem Verhalten bekannt, dass wir irgendwie nicht erwünscht seien. Der Hinweis, dass wir dieses Papier auf keinen Fall verlieren dürfen zeigte uns dann, wie wir die Sache angeblich zu verstehen haben. Doch dies war für uns nur ein weiterer Grenzübertritt und so freuten wir uns auf ein neues Land mit neuen Entdeckungen.

Bald bemerkten wir, dass in Belize die Strassen auch unter den anhaltenden und unüblich langen Regenfällen leiden. Hier gab’s immer mal wieder die gemeinen Schlaglöcher. Zum Glück sitzen wir im Duro etwas höher und können die Rumpelstellen meist etwas früher sehen und uns einen Weg durchs Holperfeld ausdenken.

Wir machten einen Stopp im bekannten Zoo in Belize. Hier durften wir sehr schön angelegte Gehege und Tiere bestaunen. Viele schöne Raubkatzen bewundern und riesige Adler bestaunen. Gleich über die Strasse vom Zoo ist das TEC. Das Tropical Education Center (das Tropische Ausbildungszentrum). Dort werden weitere Informationen über die heimischen Tiere gegeben, man kann schöne Spaziergänge in der Umgebung des Zentrums machen und die „Krokodile“ im Teich bewundern. Auf dem Campingplatz haben wir weitere Reisende getroffen und uns intensiv unterhalten. So haben wir nun Einladungen im Westen Kanadas im kommenden Sommer. Auch trafen wir eine Familie mit drei Kindern aus Frankreich. Der Vater ist in Österreich geboren und lebt seit vielen Jahren in Frankreich. Wir haben unsere Tipps für den Süden ausgetuscht und viele tolle Hinweise für weiter nördlich erhalten.

Nach zwei unterhaltsamen Tagen und vielen kleinen Stichen der bekannten Sandfliegen war unser nächstes Ziel der Yachthafen in „Old Belize“. In diesem gemütlichen Hafen liegen ein paar Segelschiffe von Weltseglern und abends kommen viele Touristenschiffe zurück. Vor der Küste lagen vier grosse Kreuzfahrtschiffe von denen die Bevölkerung so abhängig ist. Ja leider ist das so. Diese Touristenportionen, die dann jeweils an Land „gespült“ werden, geben mehr und mehr Personen ein Einkommen. Doch es versuchen auch immer mehr von diesem Einkommen was abzukriegen und so wird die ganze Sache immer hektischer. Die Preise steigen zum einen, die angebotenen Dienste und Waren werden jedoch oft auch billiger. Billiger in Form von weniger Qualität. Wir besuchten die Stadt Belize an einem Tag, an dem keine grossen Schiffe vor der Küste lagen. So ist die Stadt etwas weniger beschäftigt. Die Strassen der Stadt waren durch sehr viele Schlaglöcher beschädigt. Wir glaubten irgendwie nicht mehr an die Geschichte, dass der Regen dies verursacht. Es schien uns irgendwie, dass der Staat die Investitionen halt nicht in das Strassennetz zuteilt.

Wir wollten auf dem weiteren Weg nach Norden, schon bald werden wir in Mexico sein, noch eine Tempelanlage besuchen. An der früheren „Old northern Highway“ Strasse, auch diese ist in schlechtem Zustand und teilweise nur noch Schotterpiste mit Asphaltflecken, liegt die Altun-Ha Anlage.

Die Anlage ist etwas kleiner in den Dimensionen als früher besuchte Anlagen und in der Umgebung steht das Wasser in Tümpeln. Wir versuchten uns einen Weg zur westlich gelegenen Lagune zu bahnen, merken dann jedoch, dass das Ufer durch das viele Wasser näher an der Tempelanlage ist und wir nur mit nassen Füssen an die Laguna kommen würden.

Die Nacht durften wir auf dem Parkplatz vor der Anlage schlafen. Es gab eine kleine Bar und dort huldigten zwei für uns typische Jamaica-Typen mit Rastafrisur ihrer Musik bei ein paar Bieren.

So kam es, dass wir uns bereits auf die Weiterfahrt aus Belize nach Mexico machten:-). An einem ziemlich heissen Sonntag machten wir uns auf zur Grenze. Es gibt einen neuen Korridor für Fahrzeuge, bei dem nicht gross kontrolliert wird. Der Import für Duro war schnell gemacht, jedoch die obligatorische Haftpflichtversicherung für das Fahrzeug war eine etwas schwierigere Angelegenheit. Diese haben wir auf den nächsten Tag verschoben…

So waren wir nun in einem weiteren neuen Land auf dieser Reise und erfreuten uns bereits am ersten Abend an einem typisch, hausgemachtem mexikanischem Abendessen!

Hasta luego aus Mexico!
Angelika und Simon