Mexiko Teil 1

Wir verbrachten die erste Nacht nahe der Grenze auf einem gemütlichen Camping mit Seeanstoss. Dave, der Besitzer führte uns zum Nachtessen ins Wohnquartier gleich um die Ecke und nach einem gemütlichen Spaziergang durch die Strassen bekamen wir sehr leckere mexikanische Spezialitäten. Im kleinen Restaurant gibt’s nur Abendessen und wir kosteten ein erstes Mal was uns noch viele Male in Mexico angeboten werden wird…

Der Abschluss einer Haftpflichtversicherung für Duro, welche in Mexiko obligatorisch ist, brauchte etwas Zeit. Nach einem typischen hin und her konnten wir eine Versicherung für drei Monate abschliessen. Wir fanden eine Versicherung die ohne viel Rückfrage eine Versicherung im System erfassen konnte, und dies kurz vor Ladenschluss!

So waren wir auch schon unterwegs zum nächstgelegenen Camping nahe von Chetumal, der Grenzstadt zu Belize. Schön gelegen an der Lagune, quasi an der Karibik, haben wir sehr nette Reisende getroffen. Auch ein grüner Landrover aus der Schweiz, ja sogar aus Luzern, hat Weihnachten auf dem Camping verbracht. Natascha und Michi haben sich in der gleichen Werkstätte, wie Duro in Horw verwöhnt wurde, auf die Reise vorbereitet. Dieses Treffen hat uns sehr erfreut und wir haben ein paar Tage Ferien über die Weihnachtstage genossen. Auch haben wir das erste Mal LEO, der sportliche Unimog, mit seinen Besitzern getroffen. Die gemeinsamen Tage im Camping waren grossartig und wir fühlten das Kribbeln der Weiterreise nach Norden in uns hochsteigen.

Die Verabschiedung des Landrovers und der Freunde aus Luzern war uns nicht leicht gefallen! Wir wünschen dem Team „triibguet“ eine tolle Reise nach Süden.

Auf dem Weg nach Norden kamen wir an der sehr schön gelegenen Tempelanlage Tulum vorbei. Diese Anlage liegt direkt am weissen Sandstrand der Karibik und wir fanden einen schönen Parkplatz. Dieser liegt etwas südlich der Tempelanlage und gleich daneben gibt‘s ein Restaurant und ein toller Badestrand. Wir genossen ein paar Tage im angenehm temperierten Meer und besuchten die Tempelanlage zu Fuss.

Diese Gegend ist sehr touristisch, da sie unweit südlich von Cancún, dem bekannten Ferienort, liegt. Dieser Einfluss, und die vielen europäischen und nordamerikanischen Feriengäste, bevölkern die Strände zu dieser Jahreszeit sehr.

Wir fanden etwas weiter südlich einen friedlichen Sandstrand unter Palmen und LEO, den Unimog mit seinen Besitzern. Wir genossen einen schönen, friedlichen Silvesterabend am Strand mit einer kühlen Brise aus Westen. Leider hatten wir die vergangenen Tage immer mal wieder etwas Regen. Dies würde sich sogar noch die kommende Woche hinziehen. Für diese Zeit sehr ungewöhnlich, doch so waren die Temperaturen für uns recht erträglich. Wir waren auf dem Weg nach Cancún, um auf Caroline, Simons Mutter, zu warten. Sie war nach einer etwas ausgedehnteren Reise in Südamerika auf dem Heimweg in die Schweiz. Cancún als Stadt hat unserer Meinung nach nicht sehr viel zu bieten. Wir durften uns jedoch noch einer Nachimpfung gegen Tollwut unterziehen. Dies wurde uns in der Schweiz empfohlen, nach zwölf Monaten Reise. Wir erhielten nach etwas rumfragen im dritten Gesundheitszentrum eine Dosis verabreicht. Wir wollten diese bezahlen. Doch man offerierte uns diese Impfung umsonst! Angeblich sind die Impfungen in Mexiko kostenlos. Auch gab’s da keine Kaffeekasse, so dass wir uns ab diesem Angebot sehr freuten.

Caroline konnten wir am Flughafen abholen. Nach etwas warten, bis alles Gepäck der vielen Touristen ausgeladen war, konnten wir sie nach fast einem Jahr in die Arme schliessen. Wir hatten uns sehr viel zu erzählen! Wir mieteten uns ein Appartement und einen kleinen Mietwagen für die kommenden Tage. So konnten wir die Touristenmetropole an der Karibik geniessen. Auch sind wir nach Süden nochmals nach Tulum gefahren und haben im schön warmen Meer gebadet.

Nach gut einer Woche verabschiedeten wir uns dann wieder von Caroline. Sie war nach gut zwei Monaten Reise in Südamerika froh, mal wieder nach Hause zu kommen:-)

Wir setzten unsere Reise über die Halbinsel Yucatan weiter nach Westen fort. Besuchten die wunderschönen Tempelanlagen Chichen-Itzá und Uxmal und gelangten über die Küste des Golf von Mexico nach Süden.

In Palenque besuchten wir dann noch eine dritte tolle Anlage inmitten des Regenwaldes. Immer wieder können wir tolle Stätten besuchen mit immer wieder anderer Architektur und tollen Gebäuden. Viel Geschichte liegt auch hier noch vergraben unter bewaldeten Hügeln und wartet auf eifrige Archäologen. Die Tempel sind zum Teil sehr gut erhalten und weisen Stuckaturen auf, wie wir sie noch nirgends gesehen haben.

Was auf der Karte als kurzes Teilstück nach Süden schien, entpuppte sich als schön gewundene Strasse durch die Berge. Wir waren mal wieder schön gemütlich im Duro unterwegs, teils sogar mit Untersetzung. In der gemütlichen Ortschaft San Cristóbal de las Casas verbrachten wir dann zwei Nächte in einem schönen Camping und tauschten am Duro den schon lange öltropfenden Schlauch, der den Turbo mit Öl versorgt. Diese Undichtheit hatte sich nach der Reparatur schleichend verschlimmert und nun war es an der Zeit einen ordentlich verpressten Hydraulikschlauch montieren zu lassen. Diesen konnten wir mit dem ausgebauten Muster in der Stadt bei einem Spezialisten machen lassen. Die vorhandenen Spezialanschlüsse wurden wiederverwendet. Der neue Schlauch wurde mit neuen Hülsen fest verpresst. Es gab schon etwas Arbeit, das Aus- und Einbauen, doch nun ist Duro wieder zufrieden unterwegs und hinterlässt fast keine Spuren:-)

Die Weiterfahrt führte uns wieder in tiefer gelegene Gegenden. Bei begleitet von warmen Winden fuhren wir nach Westen und verbrachten eine Nacht in einem Park. Hinter verschlossenem Tor waren wir die einzigen Gäste. Im Park führt eine Treppe mit fast achthundert Stufen in die Schlucht hinab. Dem Bach etwas nach oben gefolgt trifft man auf einen herrlich erfrischenden Wasserfall. Die Kletterei über die Felsen unter die grosse Naturdusche hat sich gelohnt. Den Aufstieg zurück zum Duro haben wir dann schön gemütlich unternommen:-)

Nach einer weiteren „wild campierenden Nacht“ auf einem kleinen Kiesplatz in der Nähe weiterer Ausgrabungsstätten waren wir bereits in der Stadt Oaxaca. Auch da haben wir in einem früher bestimmt sehr belebten Camping- / Wohnmobilpark übernachtet. Nach und nach wird die Anlage an Untermieter vergeben. Es gibt noch die Anlagen für uns Reisende doch leider wird der Unterhalt nicht mehr richtig durchgeführt. Es wird vor allem gebraucht und Geld kassiert. Doch wir genossen die Stadt und haben uns mit zwei Deutschen getroffen, welche bis 2012 mit einem Fahrzeug ebenfalls die Panamericana bereist haben, und nun in den Wintermonaten etwas nach Süden reisen, um im Sommer im östlichen Deutschland ihren Garten und das Haus pflegen. Wir haben uns sehr gut unterhalten und wieder viele gute und hilfreiche Informationen für unsere Reise erhalten. Vielen herzlichen Dank für die netten Stunden mit euch!

In der für uns noch recht ursprünglichen Kolonialstadt haben wir uns wohlgefühlt. Schöne Häuser, Kirchen und Parks entdecken können.

Wir haben uns in der Zwischenzeit mit einem schweizer Freund in Mexico Stadt verabredet. So sind wir über Puebla, der Stadt mit dem grossen VW-Werk in Mexico, aus Süden nach Mexico City gefahren. Mit einem ausländischen Nummernschild darf man erst ab elf Uhr morgens in Stadtgebiet der weltweit grössten Stadt einfahren. So haben wir uns gemütlich auf den Weg gemacht und sind nachmittags im Stadtviertel Coyoacan eingetroffen. Dieses Viertel liegt südlich von Stadtzentrum und war sehr geeignet für die Auskundschaftung dieser pulsierenden Stadt. Wir unterhielten uns sehr gut mit Andi, Blanca, Frida und der Hündin Lani. Durften diese Stadt mit ortskundiger Führung erleben! Der Besuch des anthropologischen Museums, wo sehr viele Fundstücke der mexikanischen Fundstellen ausgestellt sind, hat uns sehr gut gefallen. Wir waren an einem Sonntag zu Besuch und durften mit vielen Einheimischen die Fundstücke bewundern.

Nachts haben wir jeweils auf einer Quartierstrasse geschlafen. Dies eine ganze Woche und fühlten uns immer wohl und sicher. Duro konnten wir an einem Tag sogar eine professionelle Handwäsche mit schwarzer Reifenfarbe verpassen lassen. So glänzte unser mobiles Heim für ein paar Tage wieder wie neu:-)!

Nach diesen sehr schönen Tagen in Mexico Stadt und vielen interessanten Gesprächen und feinen Essen kribbelte es uns dann wieder nach Norden zu fahren.

Blanca, Frida und Andi, vielen lieben Dank für die gemeinsame Zeit bei euch! Wir wünschen euch mit euren Projekten alles Gute und würden uns freuen, euch nach unserer Rückkehr in der Schweiz, mal begrüssen zu können.

Demnächst folgen neue Erlebnisse und Berichte weiter nördlich aus Mexico. Wir mögen das Land, jedoch können wir uns mit den vielen Fahrhindern (Speedbumps / Schlafende Polizisten / Schwellen), den TOPEZ, auf den Strassen nicht anfreunden. Es gibt zwar vereinzelt Geschwindigkeitsbegrenzungen die mit Tafeln ausgeschildert sind, jedoch scheint uns, dass die Mexikaner nur die eine Lösung verstehen. So werden die vielen Schwellen hingenommen. Immer mal wieder sind sie sehr unpassend platziert und auch teilweise überhaupt nicht markiert. Bis jetzt konnten wir das schlimmste verhindern und sind nie ungebremst über eine Schwelle geknallt. Wir hoffen, dass wir diese, unserer Meinung nach völlig unpassende Lösung, bald hinter uns haben werden. Bis dahin, versuchen wir uns in Geduld und hoffen keinen richtigen Abflug erleben zu müssen.

Liebe Grüsse aus dem herrlich gut verkosteten Mexiko:-)
Angelika und Simon