Mexiko Teil 2

Nord Mexiko
So geht also unsere Reise nach einer tollen und kurzweiligen Zeit in Mexico Stadt weiter nach Norden.

Da wir nicht vor 11.00Uhr auf den Zentrumsstrassen der Stadt mit unserem Fahrzeug unterwegs sein durften, haben wir uns gemeinsam am Morgen nochmals den tollen Markt San Juan besucht und uns ein paar Früchte für die Weiterreise erstanden. Nachmittags ging’s dann in die nicht allzu weit entfernte Ausgrabungsstätte, Teotihuacan.

In der Ortschaft gleich nebenan gibt’s einen gut gelegenen Camping mit ein paar Reisefahrzeugen.
Die Tempelanlage ist in seinen ausgegrabenen Ausmassen die grösste, die wir auf unserer bisherigen Reise gesehen haben! Riesige Pyramidenartige Sockel und grosszügige Zwischenräume.
Leider wurden wir für meinen Geschmack, Simon, etwas sehr von den Souvenirverkäufern belagert. Sie tun mir ja auch leid, doch ich fühlte mich eigentlich schon belästigt. Leider, doch all diese Personen versuchen ganz einfach ein paar Pesos zu verdienen.

Abends wurden dem Duro noch alle Getriebeöle (sieben Behältnisse untenrum, ca. 9Liter total) gewechselt. Die Gelegenheit eines ebenen Untergrundes und eine runde Kilometerzahl, 90‘000km auf dem Tacho, wurde kurzerhand ausgenützt.

Wir trafen an diesem Tag gleich neben uns parkiert, ein weiteres interessantes Reisefahrzeug. Als wir auf Schweizerdeutsch angesprochen wurden staunten wir nicht schlecht. Der frühere Swisscom Mercedes Puch G wurde nach Kanada importiert und ist nun mit zwei jungen Schweizern unterwegs bis nach Panama. Wir haben uns sehr gut unterhalten und freuen uns, Fabienne und Ivan weiter nördlich in Kanada zu besuchen! Euch eine gute Weiterreise bei dieser Etappe bis nach Panama.

Viele haben uns San Miguel de Allende, weiter nordwestlich, empfohlen. Auf dem Weg dahin konnten wir in einer Werkstätte einen Motorölwechsel am Duro machen. So waren wir für die nächsten 10‘000km wieder voll bereit!

Auf dem sehr amerikanisch aufgemachten Camping in San Miguel de Allende wurden wir von vielen weiteren Reisenden herzlich empfangen und konnten uns über unsere Reise und weiteren Pläne sehr gut unterhalten. Auch gab’s Einladungen für Besuche weiter nördlich und ein leckeres Käsefondue mit mexikanischem Käse von Thorsten, einem Deutschen Reisenden, sehr geschmackhaft zubereitet! Herzlichen Dank für all die hilfreichen Informationen und die unterhaltsame Zeit. In der Stadt selbst haben wir uns die schön hergerichteten Häuser, Strassen und Kirchen angeschaut und uns auf ein paar Plätzen den einen oder anderen Drink gegönnt.

Tags darauf ging’s weiter zur früheren Minenstadt Guanajuato. Etwas ausserhalb der Stadt konnten wir einen Parkplatz finden und uns dann nachmittags mit einem Bus in die Stadt fahren lassen. In dieser Stadt gibt’s sehr viele Tunnels aus früheren Minen und darin fahren die Autos und auch die Busse durch. Fast keine ebene Strasse in dieser Ortschaft und viele nette Parks und Ecken. Gassen und viele Treppen haben wir durchstreift, bis wir das Mumienmuseum oben auf einem Hügel gefunden haben. Ja, darin werden Mumien aus früheren Gräbern in einer gut und schön gemachten Ausstellung gezeigt. Wir haben uns nicht viel darunter vorstellen können, doch die Eindrücke des Besuches werden uns bleiben.

Wir versuchten, eine Fähre zu der Baja California Halbinsel zu kriegen. Konnten im Internet keine Reservation tätigen und fuhren deshalb über Tequila nach Mazatlán am Pazifik. Ziemlich touristisch und recht teuer zum Übernachten. Wir haben uns einen ganzen Tag vertrösten lassen, dass wir abends ev. auf einer Frachtfähre noch einen Platz kriegen können. Doch hatten wir dann das Gefühl, dass es wohl nichts werden wird. Haben uns zurück auf einen Camping gemacht und versucht auf der weiter nördlich liegenden Strecke eine Reservation per Telefon zu machen. Wir sollen uns am Schalter melden. Also halt leider doch nach Norden fahren und dort die kürzere Überfahrt machen…

In Topolobampo dann die fast erwartetet Nachricht, dass wir erst am Schluss, in der Nacht, sehen können, ob wir noch Platz finden hinten auf der Fähre!!! Soviel zum Thema Reservation hier in Mexico. Die Konkurrenz konnte dann für uns ein Ticket für den nächsten Tag ausstellen. Unsere Geduld wurde dann für das Verladeprozedere mal wieder etwas auf die Probe gestellt. Doch es sollte klappen und nur mit einer Stunde Verspätung legten wir zur Überfahrt ab:-)

Tief in die Nacht hinein führte die Überfahrt. Es gab Film für Alle und ein paar Tortillas. Wir unterhielten uns mit ein paar Motorradfahrern die auch auf die nördlich fahrende Fähre umbuchen mussten. Sie haben jedoch nicht soviel Zeit wie wir und sind ziemlich zügig unterwegs!

Ja zum Abschluss der Fahrt kam dann die Militärkontrolle! Wir wurden ein letztes Mal auf dieser Fährfahrt auf die Probe gestellt. Wir wurden mal wieder kontrolliert und man fand nichts! Mitten in der Nacht machten wir uns dann auf zu einem sehr schönen Sandstrand und genossen diesen Strand am folgenden Tag mit einem ausgedehnten Spaziergang.

Im Süden der Baja California haben wir sehr schön gelegene Stände und einsame Buchten besuchen und geniessen dürfen. Die Fahrt durch die mit hohen Kakteen bewachsenen Hügel und Wüstengebiete hat uns gefallen. Die „gewundrigen“ Militärkontrollen haben uns jedoch etwas zugesetzt. Ja zum Schluss durften wir dann sogar mal ziemlich alles ausräumen und ein Hund hatte sich versucht, bei uns was zu schnüffeln.

Wir waren entlang der Baja California nach Norden unterwegs und im oberen Drittel dann quer von der Asphalt Hauptstrasse nach Nordosten bis nach San Felipe gefahren. Diese Strecke würden wir als sehr rau und holprig einstufen. Von Norden her wird eifrig ausgebaut und asphaltiert. Doch bis dahin hat’s uns und Duro nochmals richtig durchgeschüttelt.

In San Felipe fand dann die Rennwagenpräsentation für das BAJA 250 Wüstenrennen vom Wochenende statt. Die Fahrzeuge wurden unten am Strand auf der Hauptstrasse dem Publikum präsentiert während die Wagen zur technischen Abnahme gefahren oder gestossen wurden. Wir konnten die Technik dieser unterschiedlichen Boliden in bestaunen und uns ein paar leckere Churros zum Verspeisen kaufen.

Wir hatten im Internet den Verlauf der Rennstrecke in unsere GPS kopieren können. So ging’s dann noch am Freitag auf zu einer etwas abgelegenen Passage der Strecke, um früh samstags dann die Motoräder und später die Autos bewundern zu können.

Wir haben einen tollen Platz zum Übernachten gefunden und wurden nochmals richtig verregnet. Dies waren die Ausläufer eines Tiefdruckgebietes das sich über Los Angeles, weiter nördlich nach langer Trockenzeit, ausgeschüttet hat. Früh morgens am Samstag kam dann die Info, dass wegen des vielen Wassers der Streckenverlauf für alle Fahrzeug abgekürzt wird, und wir am falschen Ort standen:-) Ist halt eben ein Wüstenrennen und kein Schlammrennen!

Zurück an einer Stelle gleich neben einer Asphaltstrasse konnten wir dann die an uns vorbeifliegenden Rennwagen bestaunen und versuchen zu fotografieren und zu filmen. Die schnellsten kamen zuerst und wir hatten Mühe ihnen zu folgen. Ein ungewöhnliches Spektakel zog sich dann den Nachmittag über an uns vorbei. Neben vielen Rennteams aus den USA fuhren auch ein paar wenige Teams aus Mexico um die Wette.

Zur Pokalvergabe waren wir dann bereits weiter nach Norden unterwegs, so konnten wir uns ersparen, ein weiteres Mal vom Militär kontrolliert zu werden!

Wir planten dann am Montag erst in die USA einzureisen. So blieb uns der Sonntag für den Versuch, die mexikanischen FOX Filmstudios südlich von Tijuana zu besuchen. Wir fanden die Studios und die Ausseninstallationen am Meer. Doch leider wird seit einigen Jahren hier nichts mehr verfilmt und für Touristen gibt’s keine Führungen mehr:-(

Also war das ein kurzer Abstecher nahe Tijuanas. Wir haben uns jedoch schon früher entschieden, den angeblich gemütlicheren Grenzort in Tecate für unsere Einreise nach den USA zu berücksichtigen. So fanden wir südlich der Grenze einen sehr nordamerikanisch aufgemachten Campingplatz für die vorerst letzte Nacht in Mexico.

Kaum hatten wir uns angemeldet schien unser Duro was gegen eine Weiterfahrt zu haben! Kein Zeichen einer Reaktion wenn wir den Zündschlüssel drehten! Sicherungen alle noch in Takt! Also eine Herausforderung vor dem Abendessen…:-)

Etwas Elektrisches dürfte es sein, denn hatten wir ein paar Tage zuvor schon mal Aussetzer des Tachometers und ein elektrisches Relais schaltete ohne unseren Auftrag selbständig! Ein halbe Stunde ausprobieren, ausmessen mit dem Multimeter und hin und her brachte uns zum Problem. Ein Stecker mit gut vierzig Kontakten vom Fahrzeugrahmen ins Fahrerhaus hatte sich etwas gelöst und dazwischen hat sich mit Feuchtigkeit schöne Oxidation gebildet! Die Holperpiste weiter südlich gab dem Stecker dann den Rest und er löste sich. Nun war es im Camping soweit, dass wir keine Verbindung mehr hatten. Also die Kontakte mit dem „Wundermittel“ aus der gelbblauen Sprühdose behandeln, etwas mit Druckluft ausblasen und einen Startversuch des Motors machen…

Ja wir fahren wieder aus eigener Kraft und sind am Montag dann in die USA eingereist. Wir haben ein paar Früchte und Gemüse dem Zollbeamten abgegeben und konnten in unseren Pässen eine Reisebewilligung für sechs Monate kriegen.

So sind wir bereits wieder viele Kilometer in den USA unterwegs als wir diesen Bericht auf unsere Reiseseite stellen. Die Fotos sind auch nachgetragen und so wünschen wir kurze Weile beim Warten auf den nächsten Bericht aus Kalifornien:-)

Liebe Grüsse von der Pazifikküste direkt am Meer.
Angelika und Simon